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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

# 38

EG:

A

EL:

1++

K

A

:

95,4

K

P

:

80,7

Antikonvulsiva

Antikonvulsiva vom Gabapentin-Typ (Gabapentin, Pregabalin)

haben für Pregabalin einen klaren Wirknachweis bei FMS er-

bracht. Sie gelten wie die Antidepressiva als Mittel der ersten

Wahl. Besonders wichtig ist, dass man wie bei der Anwendung

der Antidepressiva den Patienten den Sinn einer antikonvulsi-

ven Therapie im Rahmen der Schmerzbehandlung verständlich

erklärt. Diese Antikonvulsiva greifen an der α2-δ Untereinheit

des Calcium-Kanals an, dem sog. Gabapentoid Rezeptor. Dieser

Rezeptor wird auf allen Ebenen des nozizeptiven Systems exprimiert. Sie werden

auch als sog. atypische Antikonvulsiva oder Antikonvulsiva der zweiten Genera-

tion bezeichnet und haben einen nachgewiesenen Effekt für Schmerzreduktion,

Verbesserung des Schlafes und von Lebensqualitätsparametern unabhängig von

potenziellen anxiolytischen Effekten. Nebenwirkungen sind dosisabhängig und

betreffen, wie bei anderen zentralnervös angreifend dämpfenden Medikationen

die Vigilanz und mögliche Gewichtszunahme. Die Startdosen liegen bei 3*100

mg Gabapentin und 3 mal 25 mg Pregabalin. Selten werden Dosen über 3*300

mg Gabapentin und über 2*150 mg Pregabalin benötigt, um ausreichende Ef-

fekte bei FMS zu erzielen, zumal diese Medikamente auch in Kombination mit

den zuvor erwähnten eingesetzt werden (können). Pregabalin ist neben Duloxe-

tin das einzige explizit für den Einsatz bei FMS in Kanada und USA zugelassene

Medikament.

IV. Behandlungsempfehlungen

Meine Notizen:

Literatur

62; 65; 86; 114; 119; 127; 138