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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

e) die verordnete Packungsanzahl nach den gesetzlichen Rahmenbedingun-

gen nicht abgabefähig ist

f) die Abgabe der verschriebenen Tablettenanzahl gesetzlichen Regelungen

wiederspricht (d.h. z.B. den Umfang des Normgrößenbereichs N3 über-

steigt)

g) die verordnete Stückzahl nicht zur verordneten Normgröße passt

h) das verordnete Arzneimittel nicht dem Angebot des Rabattpartners ent-

spricht

Grundsätzlich können Ärzte gemäß § 129 Abs. 1 SGB V durch Ankreuzen des

„Aut-idem“-Feldes eine wirkstoffidentische Substitution ausschließen. In die-

sem Fall sind Apotheker nicht befugt, sich über diese Entscheidung eines Arz-

tes hinwegzusetzen und fällt die Abgabe des verordneten Fertigarzneimittels

apothekenseitig nicht unter retaxierungsfähige Fehlabgaben. Präventiv sollten

ärztlicherseits die tragenden Gründe für diese Entscheidung in der jeweiligen

Patientendatei notiert werden um ggf. bei möglichen Wirtschaftlichkeitsprüfun-

gen (z.B. aufgrund einer Überschreitung der fachgruppenspezifischen Aut-idem-

Quoten) argumentativ entsprechend vorbereitet zu sein.

Aufgrund der (überregulierten Vorschriften und der Komplexität der bestehen-

den Verträge zur Arzneimittelversorgung) ist formal insbesondere zu beachten,

dass für ein wirksames Substitutionsverbot ...

a) bei einem handschriftlich (nachträglich) aufgebrachtem Kreuz in das Aut-

idem-Feld eines ansonsten maschinell ausgefüllten Rezeptes eine zweite

Unterschrift des verordnenden Arztes sowie eine erneute Datumsangabe

notwendig ist (ein zweiter Arztstempel wird hingegen nicht verlangt!).

b) auf dem Rezept eindeutig gekennzeichnet wird, auf welches Fertigarznei-

mittel sich die Aut-idem-Verordnung genau bezieht (was z.B. bei Namens-

gleichheit von Original- und Re-Importprodukten oder Namensgleichheit

verschiedener Generika einen erhöhten Formulierungsaufwand und z.B.

die eindeutige Angabe des Arzneimittelherstellers erfordert).

Apotheker können gemäß ApBetrO § 17 Abs. 5 von der Substitution bzw. der

Abgabe rabattbegünstigter Fertigarzneimittel absehen, wenn

a) das Rabattarzneimittel in der Apotheke aktuell nicht verfügbar ist und ein

dringender Fall die Abgabe unverzüglich erforderlich macht (zum Beispiel

im Notdienst und bei Akutversorgung)

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