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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. möchte mit dieser Pra-

xisLeitlinie zur guten Substitutionspraxis in Schmerz-/ Palliativmedizin gewähr-

leisten, dass der berechtigte Anspruch von Patienten auf eine den individuellen

Besonderheiten des jeweiligen Behandlungsfalles entsprechende ganzheitliche

schmerzmedizinische Versorgung gewahrt bleibt und durch einen medizinisch

nicht-indizierten Austausch wirkstoffidentischer Arzneimittel weder arzneimit-

telsicherheits- noch wirksamkeitsrelevante Aspekte in Frage gestellt werden.

Dabei geht es den Autoren dieser Leitlinie nicht um den Schutz bestimmter

Produkte, die Begrenzung des Einsatzes von Re- und Parallelimporten oder die

Beschränkung der Verordnung von Generika, sondern einzig und allein um den

schutzwürdigen Anspruch schmerzkranker Menschen auf eine, dem jeweils ak-

tuellen Stand der medizinischen Forschung entsprechende, vollumfängliche me-

dizinische Versorgung - frei von jeglichen wirtschaftlichen und/oder ökonomi-

schen Interessen Dritter.

Ausdrücklich möchten die Autoren betonen, dass die in dieser PraxisLeitlinie zu-

sammengefassten Empfehlungen für jegliche Form des medizinisch nicht-indi-

zierten Austauschs wirkstoffgleicher Arzneimittel gelten, seien es ...

a) Substitutionen von einem Generikum auf ein wirkstoffgleiches anderes

Generikum,

b) von einem Originalpräparat auf ein wirkstoffgleiches Generikum,

c) von einem Generikum auf ein wirkstoffgleiches Originalpräparat oder

d) von einem Originalpräparat auf ein wirkstoffgleiches anderes Medika-

ment.

Entscheidend und bzgl. der im jeweiligen Einzelfall vorliegenden individuellen

Besonderheiten zu klären sind die Fragen,

a) ob die mit einer aus ökonomischen Überlegungen heraus indizierten Sub-

stitution zwischen zwei verschiedenen wirkstoffidentischen Fertigarznei-

mitteln im konkreten Behandlungsfall überhaupt möglich und medizinisch

vertretbar ist,

b) welche Risiken mit dieser Substitution möglicherweise für den individuell

betroffenen schmerzkranken Patienten verbunden sind und

c) ob diese - unter Abwägung aller möglichen Vor- und Nachteile und ins-

besondere unter Berücksichtigung der besonderen Situation chronisch

schmerzkranker Menschen, ihrer besonderen Lebensumstände und vor

allem ihrer berechtigten individuellen Bedürfnisse - zu rechtfertigen sind.

Zielsetzung