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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

# 31

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EL:

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Aus schmerzmedizinischer Sicht sind nicht medizinisch indizier-

te Substitutionen mit wirkstoffidentischen Arzneistoffen aus den

nachfolgenden Wirkstoffbereichen besonders kritisch:

a. Opioid-Analgetika (unabhängig von Fragen der BtMVV)

b. Antidepressiva

c. Antiepileptika

Jede Substitution von Fertigarzneimitteln mit Arzneistoffen aus

den vorgenannten Wirkstoffgebieten (insbesondere solchen,

die der BtMVV unterliegen) ist schmerzmedizinisch formal als

Neueinstellung anzusehen und muss (zur Vermeidung bzw. früh-

zeitigen Entdeckung arzneimittelsicherheitsrelevanter Probleme

und Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen) unter Bereit-/

Sicherstellung entsprechender Vorsichts-/Kontroll-/Überwa-

chungsmaßnahmen erfolgen.

Aus diesem Grund sind Fertigarzneimittel mit Arzneistoffen aus

diesen schmerzmedizinisch kritischen Wirkstoffgebieten obligat

von der Substitutionsverpflichtung nach § 129 SGB V auszuneh-

men!

Anmerkung:

Grundsätzlich gelten aktuell bei der Belieferung von BtM-Rezep-

ten die gleichen gesetzlichen Regelungen wie für „normale“ Re-

zepte. Das heißt, dass die Apotheke verpflichtet ist, geltende Ra-

battverträge einzuhalten bzw. preisgünstige Importe zu liefern

– sofern vorhanden. Durch Setzen des Aut-idem-Kreuzes kann

sichergestellt werden, dass das verordnete Betäubungsmittel

nicht mit einem Rabattartikel und/oder Generikum ausgetauscht

wird. Gerade bei der Therapie mit Betäubungsmitteln kann dies

sinnvoll sein und die Patienten-Compliance verbessern.

Meine Notizen: