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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

Voraussetzungen für eine rationale und Patienten- bzw. Bedürfnis-orientierte

Behandlung tumorbedingter Durchbruchschmerzen ist neben einem entspre-

chenden Problembewusstsein und der frühzeitigen/richtigen Diagnosestel-

lung insbesondere die Aufklärung Betroffener, da nur zusammen mit ihnen die

bestmögliche Behandlungsoption ermittelt und umgesetzt werden kann. Hier-

für, sowie für die Auswahl der für den jeweiligen Einzelfall individuell besten

Behandlungsmöglichkeit(en), sollen die vorliegenden Empfehlungen der Praxis-

Leitlinie DGS zu tumorbedingten Durchbruchschmerzen auf der Grundlage der

bis zum Zeitpunkt ihrer Erstellung verfügbaren Daten aus klinischen Studien (ex-

terne Evidenz), der vorliegenden Erfahrungen klinisch tätiger Experten (interne

Evidenz) und unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse und Rechte

Betroffener Hilfestellung und Orientierung geben.

Naturgemäß kann auch eine so umfangreiche Leitlinie (wie die vorliegende) für

eine so umschriebene Indikation (wie die diskutierte) nur Wegweiser und Orien-

tierungshilfe sein, um interessierten Ärzten einen Überblick über die aktuell ver-

fügbaren Methoden zu Diagnostik, Vorbeugung und Behandlung tumorbeding-

ter Durchbruchschmerzen zu geben. Entsprechend den Überlegungen von David

Sackett (s.u.) ist jedoch davon auszugehen, dass alleine die Beschäftigung mit

dem Thema, die Durchsicht der vorliegenden Empfehlungen und die auf dieser

Grundlage getroffenen rationalen Entscheidungen mit einer deutlichen Verbes-

serung der medizinischen Versorgung Betroffener einhergehen, als die landläufig

übliche Befolgung tradierter Routinen.

Besondere Bedeutung kommt dabei der klinischen Erfahrung der für die indi-

viduellen Betreuung Betroffener in der Verantwortung stehenden Ärztinnen

und Ärzte zu, die weder durch externe Evidenz noch durch Meta-Analysen er-

setzt werden kann. Ohne entsprechende klinische Expertise und die Adaptation

wissenschaftlicher Empfehlungen an die individuelle Situation Betroffener und

die aktuelle Behandlungssituation pervertiert die externe Evidenz zu einem auf

Dauer wenig hilfreichen Hilfsmittel für die medizinische Versorgung (Sackett DL,

Rosenberg WMC, Muir JAM Gray, Haynes RB, Richardson WS. Evidence-based

medicine: what it is and what it isn’t. BMJ 1996; 312: 71-72):

„Without clinical expertise, practice risks becoming tyrannized by evidence,

for even excellent external evidence may be inapplicable to or inappropri-

ate for an individual patient. Without current best evidence, practice risks

becoming rapidly out of date, to the detriment of patients.“

„Evidence-based medicine is not ‚cookbook‘ medicine. Because it requires

a bottom up approach that integrates the best external evidence with in-

dividual clinical expertise and patients’ choice, it cannot result in slavish,

cookbook approaches to individual patient care.“

Vorwort