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75

http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

VI.14

EL:

2+

EG:

C

K

A

:

94,1

K

P

:

92,0

Die Anpassung der Dauerschmerzbehandlung hat sich auch für

die vorbeugende Behandlung/Vermeidung von Durchbruch-

schmerzen als wirksame Methode erwiesen und kann eine oder

mehrere der folgenden Behandlungsvorgehensweisen einschlie-

ßen:

a) Titration von Opioid-Analgetika (die Opioid-Titration kann

eine Reduktion der Intensität und/oder Häufigkeit des

durch Bewegung bzw. willkürlich ausgelösten Schmerzes

bewirken. Dieses Vorgehen kann allerdings durch das

mit höheren Dosierungen assoziierte Auftreten unerwünschter (Neben-)

Wirkungen (z.B. Sedierung mit behandlungsbedingter Einschränkung der

Teilhabe, andere/sonstige Nebenwirkungen) begrenzt werden und sollte

deshalb immer unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Betroffe-

nen erfolgen)

b) Umstellung des Opioid-Analgetikums (auch die Umstellung von Opioiden

und/oder des Verabreichungswegs kann zu einer Reduktion des Schwere-

grads der z.B. durch Bewegung ausgelösten Schmerzen führen)

c) Gabe von ,,adjuvanten Analgetika“ (adjuvante Analgetika oder ,,Ko-An-

algetika“ sind Wirkstoffe, die in ihrer primären Funktion nicht Analgetika

sind, welche aber bei bestimmten Umständen Schmerzlinderung bewir-

ken.) Dieses Vorgehen kann sich bei der Reduktion der Auswirkungen von

bestimmten Syndromen von Durchbruchschmerzen als wirksam erweisen

(z. Bsp. Antiepileptika bei neuropathischem Schmerz, Spasmolytika bei

viszeralem Schmerz)

d) Gabe von weiteren ,,adjuvanten Medikamenten“ (adjuvante Medika-

mente sind Wirkstoffe, die nicht als Analgetika fungieren, welche aber

bei durch Analgetika verursachten Nebenwirkungen Linderung bewirken

(oder bei Schmerz-Komplikationen). Dieses Vorgehen kann die Titrati-

on von Analgetika ermöglichen, welches sich wiederum als wirksam im

Hinblick auf die Reduktion von Auswirkungen von Durchbruchschmerzen

erweisen kann (z.B. Psychostimulanzien bei durch Opioid verursachter

Sedierung))

e) Änderung und/oder Gabe von nicht-opioiden Analgetika (auch diese Maß-

nahme, d.h. die Gabe von z.B. Paracetamol, Metamizol, Flupirtin oder

nicht-steroidalen anti-inflammatorischen Wirkstoffen, kann theoretisch zu

einer Linderung der Durchbruchschmerzen führen).

Literatur

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VI. Behandlung