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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

durch Schmerzen – vor allem durch tumorbedingte Durchbruchschmerzen – sehr

viel stärker und nachhaltiger beeinträchtigt wird, als durch die reine Konfron-

tation mit einer die Lebensdauer absehbar beschränkenden Erkrankung. Albert

Schweitzer (14. Januar 1875 – 4. September 1965) hat die zentrale Bedeutung

von Schmerzen und einer adäquaten Schmerztherapie auf der Grundlage seiner

Erfahrungen mit Tumorpatienten in Zentralafrika mit den folgenden Worten be-

schrieben (A. Schweitzer. Zwischen Wasser und Urwald. Erlebnisse und Beobach-

tungen eines Arztes im Urwald Äquatorialafrikas. Deutscher Taschenbuchverlag,

München 1959, S. 101):

„Sterben müssen wir alle. Aber dass ich die Tage der Qual von ihm nehmen

darf, dass ist es, was ich als die große, immer neue Gnade empfinde. Denn

der Schmerz ist ein furchtbarerer Herr als der Tod“

und Cicely Mary Strode Saunders – die Grande Dame der modernen Palliativme-

dizin (22. Juni 1918 – 14. Juli 2005) hat es in ihrer einzigartigen Weise mit den

folgenden Worten auf den Punkt gebracht:

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen

mehr Leben“

Um den Menschen mit tumorbedingten Durchbruchschmerzen zu helfen, ihr Le-

ben wieder in den Griff zu bekommen, die ihnen verbliebene Zeit – trotz ihrer

nun offensichtlichen Endlichkeit – weitestgehend frei von Schmerzen durchleben

und auch ein Stück weit genießen zu dürfen, dafür wurde diese PraxisLeitlinie

tumorbedingte Durchbruchschmerzen konzipiert.

Vor diesem Hintergrund wünschen wir allen von tumorbedingten Durchbruch-

schmerzen betroffenen Menschen in Deutschland viele interessierte Leser dieser

PraxisLeitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und viele Ärzte,

nichtärztliche Therapeuten und Pflegekräfte, denen diese PraxisLeitlinie dabei

helfen möge den für ihre Patienten richtigen schmerzmedizinischen Weg zu fin-

den.

Ihre

PD Dr. med. Michael A. Überall

Dr. med. Gerhard H.H. Müller-Schwefe

Vorwort