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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.de

heit bekannt geworden sind. Zwar erlauben Methodenberichte zu höherwerti-

gen Leitlinien in der Regel keinen einseitigen Einfluss von Organisationen oder

Personen auf den Leitlinienprozeß, jedoch ist grundsätzlich durch das Votum der

beratenden Experten eine Änderung von evidenzbasierten Empfehlungen durch

Eminenz möglich.

Die Darstellung des Abstimmungsverhaltens der Arbeitskreismitglieder eröffnet

die Möglichkeit, transparent über den Arbeitskreis hinaus z.B. durch die Mitglie-

der der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) e.V. Expertenkonsens

in der Breite transparent zu erweitern für solche Empfehlungen, für die siche-

re Studienergebnisse fehlen oder widersprüchlich sind; denn alle bisher publi-

zierten Leitlinien haben den Mangel an studienbelegter Evidenz beklagt, laden

jedoch zu Interpretationsspielräumen in der Gesundheitspolitik oder in der Öf-

fentlichkeit ein mit dem Eindruck, dass nicht existiert, was nicht bewiesen ist.

Diesem Missverständnis soll mit Transparenz im Abstimmungsverhalten der Ex-

perten begegnet werden.

Der aus der Literaturrecherche abzuleitende Evidenzgrad wurde in Analogie zu

Harbour et al. (Harbour R, Miller J, for the Scottish Intercollegial Guidelines Net-

work (SIGN) Grading Review Group. A new system for grading recommendations

in evidence based guidelines. BMJ 2001; 323(11): 334-336) in 3 Kategorien ein-

gestuft:

A Die Aussage wird durch mehrere valide klinische Studien oder Metaana-

lysen oder systematische Reviews randomisierter kontrollierter Studien

unterstützt.

B Die Aussage wird durch mindestens 1 valide klinische, randomisierte kont-

rollierte Studie belegt.

C Die Aussage wird nicht durch sichere Studienergebnisse belegt, weil

entweder adäquate Studien nicht vorliegen oder die Studienergebnisse

widersprüchlich sind.

Zusätzlich wurde der Zustimmungsgrad innerhalb der Arbeitsgruppe dokumen-

tiert, wobei Aussagen grundsätzlich nur dann in die Praxisleitlinie aufgenommen

wurden, wenn die einfache Mehrheit der Arbeitsgruppenmitglieder den Inhalt

der Empfehlung als klinisch relevant, valide und umsetzbar bejahte (Enthaltun-

gen wurden als „Nein“ eingestuft).

Vorbemerkung