Schmerzmedizin 6 / 2018

12. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Bremen Aktuelles aus der palliativmedizinischen Versorgung Auf dem DGP-Kongress in Bremen informierten sich vom 5. bis 8. September 1.500 Teilnehmer aus der ganzen Republik und sogar aus dem europäischen Ausland über aktuelle Entwicklungen der Palliativ­ medizin. Fast 180 Referenten und genau 100 Poster sorgten für ein umfangreiches wissenschaftliches Programm – mit Themen wie der neuen Leitlinie zu Angst, dem Off-Label-Use von Medikamenten oder der speziellen Problematik der Versorgung junger Erwachsener. J unge Erwachsene mit Krebserkran- kung sind in der palliativmedizini- schen Versorgung ein besonderes Kollektiv. Bei Kindern und Jugendlichen steht im Verlauf die Transition im Vor- dergrund, also der Übergang aus der kinder- beziehungsweise familienzent- rierten in die erwachsenenbezogene Ver- sorgung – mit allen Problemen, die ein binäres System mit sich bringt, das nur Kinder- und Erwachsenenmedizin kennt. „Für viele Jugendliche ist die Transition mit einemDowngrade der In- tensität der Versorgung verbunden“, er- klärte Professor Bernd Alt-Epping, Göt- tingen [1]. Bei geriatrischen Patienten zielt die Versorgung eher auf die Beglei- tung am Lebensende. Die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren („Emerging Adult- hood“ nach Jeffrey J. Arnett) gehört da- gegen in einen Zwischenbereich. Sie füh- len sich sowohl als Noch-Jugendliche als auch bereits als Erwachsene, wie eine Umfrage nahelegt: Auf die Frage „Den- ken Sie, dass Sie das Erwachsenendasein erreicht haben?“ antworteten fast 60% nicht mit ja oder nein, sondern mit der dritten Möglichkeit: ja und nein. Die Le- benssituation in diesem Alter umfasst ein sehr heterogenes Spektrum: Einige wohnen noch bei den Eltern, andere ha- ben bereits eine eigene Wohnung und le- ben allein, in Partnerschaft mit Kinder- wunsch oder einer eigenen Familie. Vie- le sind noch in der Ausbildung und fi- nanziell von den Eltern abhängig, manche sind schon berufstätig und ver- dienen ihr eigenes Geld. Nicht ausreichend auf junge Erwachsene vorbereitet Fällt in diese biografisch und psycho­ sozial fragile Phase der Entwicklung, in der sich das eigene Konzept des Er- ©© Edler von Rabenstein / stock.adobe 14 Schmerzmedizin 2018; 34 (6) Medizin aktuell

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