Schmerzmedizin 5 / 2018

Zudem gibt es für Ärzte die Möglichkeit des Masterstudiengangs TCM an der TU München. Sabine Zeitler Heilpraktikerin und Physiotherapeutin Praxis für TCM und Osteopathie Dozentin der SMS Rosenheimer Landstr. 39 85521 Ottobrunn E-Mail: sabine.zeitler@ praxis-zeitler.de Literatur 1. Lee N-W et al. Chuna (or Tuina) Manual The- rapy for Musculoskeletal Disorders: A Syste- matic Review and Meta-Analysis of Rando- mized Controlled Trials. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. 2017: 1-22 2. Despeux C. Schmerz in der Chinesischen Medizin – dreitausend Jahre Erfahrung. Chin Med 2015;30:275–87 3. Jianye H. Zur Verwendung von Akupunktur- Techniken bei Schmerzsymptomatiken. Chin Med 2013;28:91–9 4. Chaling H. Leitfaden Tuina – Die manuelle Techniken in der TCM. München: Elsevier Verlag; 3. Auflage, 2013 5. Schleip R. Faszien als Sinnesorgan. In: Schleip R, Baker A (Hrsg.). Faszien in Sport und Alltag. München: riva Verlag; 2016 6. Hempen C-H. dtv-Atlas zur Akupunktur. München: dtv; 1999 7. Klinger W. Physiologie und Biochemie. In: Schleip R, Baker A (Hrsg.). Faszien in Sport und Alltag. München: riva Verlag; 2016 8. Tesarz J et al. Sensory innervation of the thoracolumbar fascia in rats and humans. Neuroscience 2011;194:302–8 9. Zhiliang Y, Hong J. Investigation on analge- sic mechanism of acupoint finger-pressure massage on lumbago. Journal of Traditional Chinese Medicine 1994;14(3):35–40 Leserbrief zu Cegla T. Schmerzmedizin 2018; 34 (4):11 „Neurochirurgen in die Schmerztherapie einbeziehen!“ I n der Ausgabe 4/2018 der Zeit- schrift „Schmerz- medizin“ erschien eine Pro-und-Kon- tra-Debatte zu neuromodulativen Verfahren. In sei- nem Beitrag „Kon- tra: Invasive Thera- piemaßnahmen als monotherapeuti- scher Ansatz sind abzulehnen“ hat Herr Dr. Thomas Cegla Recht, wenn er anmerkt, dass „Diagnos- tik und Therapie ... chronischer Schmer- zen nur in einem interdisziplinären Team unter Einbeziehung verschiedener Berufsgruppen sinnvoll“ sind. In wie- weit aber wird eine Berufsgruppe wie die Neurochirurgen überhaupt einbezogen? Auf den Frankfurter Schmerzkongres- sen dominiert eine medikamentöse Schmerztherapie, und die Industrieaus- stellung informiert kaum jemals über in- vasive Möglichkeiten wie Radiofre- quenzläsion, Cryoläsion oder Neurosti- mulation. Neurochirurgen sind dort eine seltene Randerscheinung. Dabei sollten solche Therapieoptionen in der von Cegla geforderten „Interdisziplina- rität und Methodenvielfalt“ als mögliche Bausteine der Schmerzmedizin wahrge- nommen und auch wertgeschätzt wer- den. Die PROCESS-Studie von Kumar et al. [1, 2] ergab, dass die Kombination von Rückenmarkstimulation und Medika- menten wesentlich bessere Ergebnisse bei Failed Back Surgery Syndrome er- zielt (48% Zielerreichung), als die medi- kamentöse Behandlung allein (9%). Hier zu fordern, der Patient müsse erst alle anderen konservativenTherapien durch- laufen haben, bis er invasiv behandelt werden dürfe („when all else fails“), trägt vielleicht gerade auch zur weiteren Chronifizierung bei, und wird von den amerikanischen Autoren schon längst nicht mehr so gesehen. Cegla hat auch Recht, wenn er eine ak- tive Mitarbeit des Patienten fordert und vor „passivem Konsumverhalten des Pa- tienten“ warnt. Aber: So passiv ist der Patient bei Neuromodulation gar nicht! Wer jemals eine Testelektrode gelegt hat, weiß, wie sehr man auf die Mitarbeit des Patienten für eine effektive Stimulation angewiesen ist. Und auch später, nach endgültiger Implantation, funktioniert dieTherapie nur, wenn Stimulationspau- sen eingelegt werden, die Stimulation je nach Körperlage und Beschäftigung an- gepasst wird, und der Patient regelmäßig zu Programmierkontrollen kommt. Fazit: Neuromodulation ist in der Be- handlung chronischer Schmerzen kein monotherapeutischer Ansatz, sondern kann im Team der interdisziplinären Schmerzkonferenz als wirksamer Bau- stein einbezogen werden. Neuromodu- lation gehört auch nicht notorisch ans Ende der Therapieoptionen, sondern un- ter Wahrnehmung entsprechender Stu- dien dorthin, wo sie nachgewiesenerma- ßen wirkt. Damit: ein klares Pro zum Einbeziehen in die Multimodalität! Dr. med. Hendrikus Seyer Neurochirurg, Schmerzmedizin Gebbertstr. 37 91052 Erlangen Literatur 1. Kumar K et al. Spinal Cord Stimulation vs. Conventional Medical Management: A Pros- pective, Randomized, Controlled, Multicen- ter Study of Patients with Failed Back Surge- ry Syndrome (PROCESS Study). Neuromodu- lation. 2005 Oct; 8(4): 213-8 2. Kumar K et al. Spinal cord stimulation versus conventional medical management for neu- ropathic pain: a multicentre randomised controlled trial in patients with failed back surgery syndrome. Pain. 2007 Nov; 132(1- 2):179-88 SCHMERZMEDIZIN AngewandteSchmerztherapieundPallatvmedzin Inerdiszplnär • Paientenoreniert • Praxsnah Jui Jg 34 |Nr 4 euch Akdmi fr anhtch Shmeteapee V d d Dushe eeshat ür chmzmdzne V d h d d udevradde Plavmdznr nWsaenipe V b lt d d Chronischer Schmerz ZwichenAkzptanzundneurHofnung Paliativmedizin Methadonvs Opiate Verordnungvon Cannabinoiden CME Schmerzen nachSchlaganfall For tbildung Traditionelle chinesische Medizin 20 Schmerzmedizin 2018; 34 (5)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQxNTg=