Schmerzmedizin 4 / 2019

Wirbelsäulenbehandlung Invasive Schmerzbehandlung am Beispiel der peri-radikulären Therapie Stephan Klessinger, Biberach a.d.R. Im Bereich der Wirbelsäule ist die peri-radikuläre Therapie eine der häufigsten Interventionen. Da bei der invasiven Schmerztherapie ein definiertes anatomisches Ziel erreicht werden soll, muss auch der Eingriff selber klar definiert sein. Was zeichnet die peri-radikuläre Therapie aus und welche Evidenz findet sich in der aktuellen Literatur? Definition Weshalb gibt es invasive Schmerzthera- pie? Warum ist es in manchen Fällen sinnvoll, eine Intervention durchzu- führen und mit einer Nadel zu punktie- ren? Die Idee der interventionellen Schmerztherapie ist es, eine definierte anatomische Struktur zu erreichen, um entweder eine gezielte Therapie durch- zuführen, oder um diagnostische Infor- mationen zu erhalten. Therapeutisch ist so oftmals eine Ursachentherapie (z. B. durch Behandlung einer lokalen schmerzhaften Entzündung) ohne sys- temische (Neben-)Wirkungen möglich. Interventionen können aber auch dazu beitragen, die Schmerzursache zu iden- tifizieren, indem die Schmerzen gezielt durch Lokalanästhesie ausgeschaltet werden. Dies ist hilfreich, um ein be- stimmtes Gelenk, die Bandscheibe oder einen Nerv als schmerzursächlich zu identifizieren. So wird deutlich, ob es sich um eine radikuläre oder pseudo- radikuläre Symptomatik handelt, und auch, welcher Nerv in welcher Etage (wichtig vor einer OP) die Symptome verursacht. Deshalb muss das anatomi- sche Ziel der Intervention ganz klar de- finiert sein und die Injektion exakt durchgeführt werden. Im Rahmen der interventionellen Schmerztherapie werden oft die unter- schiedlichsten Begriffe unpräzise ver- wendet. Insbesondere die Abkürzung PRT für „peri-radikuläre Therapie“ wird häufig als eine Art Überbegriff für verschiedene Arten der Intervention verwendet. Eine PRT ist jedoch eine In- tervention mit klar definiertem anato- mischem Ziel, im Gegensatz zu einer ©© Stephan Klessinger 24 Schmerzmedizin 2019; 35 (4) For tbildung

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