Schmerzmedizin 1 / 2019

werden sollten das erste Auftreten und die Dauer der Sympto- me sowie der Zeitpunkt der Endoprothesenimplantation. Fer- ner müssen Wundheilungsstörungen, vorausgegangene Infek- tionen, Eintrittspforten und Bakteriämien, etwa durch Zahn- behandlungen oder Koloskopien, geklärt werden. Symptome Typisch sind lokale Entzundungszeichen (Schwellung, Rötung oder Überwärmung) sowie – bei fortgeschrittenem Infekt – die Fistelbildung [13]. Die Blutanalyse mit Bestimmung der Entzundungswerte ist Teil der Routinediagnostik. Sie hilft bei einem hoch akuten Infekt, den Operationszeitpunkt festzule- gen und bei Verdacht auf Low-Grade-PPI die weiterführende Diagnostik einzuleiten. Diagnostik Bestimmt werden sollten die Blutkörperchensenkungsge- schwindigkeit, die Leukozyten und das C-reaktive Protein. Allerdings kann keine Laboruntersuchung einen Low-Grade- PPI nachweisen. Daher sollte im Zweifel die notfallmäßige ste- rile Gelenkpunktion zur mikrobiologischen und zytologischen Untersuchung der Gelenkflussigkeit (Zellzahl und Anteil neu- trophiler Granulozyten) durchgeführt werden [14]. Bei fortbe- stehendem Zweifel folgt die notfallmäßige Arthroskopie mit Zupfbiopsie und Gelenkspülung. Eine ambulante kalkulierte Antibiotikatherapie bis zur operativen Revision ist – außer bei einem septischen Geschehen – strikt zu vermeiden, um eine hohe diagnostische Genauigkeit zu gewährleisten [14]. Zusammenfassung Bei der Abklärung von Hüftschmerzen bei (jungen) Erwachse- nen sollte ein standardisiertes Vorgehen mit ausführlicher Ana- mnese, sorgfältiger klinischer Untersuchung und entsprechen- der gezielter Bildgebung durchgeführt werden. Das große Spek- trum an Ursachen erfordert häufig eine spezialisierte Abklä- rung zur Korrelation von klinischen und radiologischen Befunden. Im Zweifelsfall sollte der Patient an Spezialisten an- derer Fachbereiche zur differenzialdiagnostischen Begutach- tung überwiesen werden. Einem gezielten konservativen Therapieversuch mit gegebe- nenfalls diagnostischer Gelenkinfiltration ist zunächst der Vor- zug zu geben. Zur adäquaten Beurteilung der Gelenkbinnen- situation mit Knorpel und Gelenklippe ist die Bildgebung durch ein Feinschicht-Hüft-MRT zu erweitern. Ziel ist die früh- zeitige Erkennung operationswürdiger, korrekturbedürftiger Befunde zur Vermeidung von Folgeschäden, beispielsweise einer frühzeitigen Coxarthrose. Dr. med. Ingo J. Banke Sektion Gelenkerhaltende Orthopädie, Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie Technische Universität München Ismaninger Straße 22 81675 München E-Mail: ingo.banke@mri.tum Interessenkonflikt Die Autoren erklären, dass sie sich bei der Erstellung des Beitrages von keinen wirtschaftlichen Interessen leiten ließen und dass keine poten- ziellen Interessenkonflikte vorliegen. Der Verlag erklärt, dass die in- haltliche Qualität des Beitrags von zwei unabhängigen Gutachtern geprüft wurde. Werbung in dieser Zeitschriftenausgabe hat keinen Be- zug zur CME-Fortbildung. Der Verlag garantiert, dass die CME-Fortbil- dung sowie die CME-Fragen frei sind von werblichen Aussagen und keinerlei Produktempfehlungen enthalten. Dies gilt insbesondere für Präparate, die zur Therapie des dargestellten Krankheitsbildes geeig- net sind. Abb. 4 : Gluteale Insuffizienz bei ansatznaher Ruptur der Hüftabduktoren mit „nacktem“ Trochanter major (Stern) und umgebendem Serom ( a) ; flächige Wiederanheftung der abgerissenen Glutealsehnen am Trochanter major in Fadenanker-Doppelreihentechnik am Kunstknochenmodell (b) und intraoperativ (c ) ©© I. J. Banke a b c Zer tif izier te For tbildung Hüftschmerzen 28 Schmerzmedizin 2019; 35 (1)

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