Schmerzmedizin 3 / 2019

Im Auftrag de Schmerzfreiheit Die wichtigsten Ziele de DGS: — Förderung der Schmerzmedizin in Forschung und Lehre — Entwicklung von Standards für die Aus-, Fort- und Weit rbildung in Schmerzmedizin — Entwicklung von Qualitätsstandards in der Schmerzmedizin — Weiterbildung auf allen Gebieten der Schmerzdiagnostik und -therapie — Qualitative u d quantitative Verbes- ser ng der schmerzmedizinischen Patientenversorgung — Förderung der palliativmedizini- schen Versorgung — Aufbau eines nationalen und inter- nationalen Netzwerk s Schmerz­ medizin — Versorgungsforschung im Bereich der Schmerzmedizin — Gründung regionaler Schmerz­ zentren und Schmerzkonferenzen — Wissenschaftliche und fachliche Beratung u d Unterstützung von Ärzten, Psychologen und allen Berufsgruppen in der Patienten­ versorgung — Wissenschaftliche und fachliche Beratung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Kostenträgern, Politik und Öffentlichkeit — Flächendeckende schmerzmedizini- sche Versorgung durch Etablierung eines Facharztes für Schmerzmedizin Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. Geschäftsstelle: Heike Ahrendt Lennéstraße 9, 10785 Berlin Telefon: 030 8562188 - 0 Fax: 030 22185342 E-Mail: heike.ahrendt@ dgschmerzmedizin.de Vorstand: Dr. med. Dr. med. Dr. med. (Vizepräsident r PD Dr. med. Michael A. Überall (Vizepräsident) www.dgschmerzmedizin.de c Sc rzme z n V ww dgschmerzmedizin.de Über die Bundestagsanhörung zu Cannabis Wie es in Zukunft weitergehen soll A m 20. März 2019 wurde im Deut- schen Bundestag eine öffentliche Anhörung zu medizinischem Cannabis durchgeführt. Unter den Ver- bänden und Institutionen, die auf der Liste der Sachverständigen vermerkt wa- ren, war auch die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. (DGS) vertre- ten. Es wurden Anträge verschiedener Fraktionen behandelt: Ein Antrag der FDP plädierte für eine Erweiterung des Anbaus von Cannabis, um den Export zu ermöglichen. Bündnis 90/Die Grü- nen strebten eine Erleichterung in der Verordnung von medizinischem Canna- bis für Patienten mit einer schwerwie- genden Erkrankung an. Ein Drittel der Erstattungsanträge, die seit Mitte 2018 eingegangen waren, sei nicht genehmigt worden. Insbesondere war das Ziel des Antrags, den Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen aus dem Sozialge- setzbuch (SGB) V zu streichen. Der Auf- wand für Anträge an die Krankenkassen würde sich damit erheblich reduzieren und Patienten dürften Wartezeiten er- spart bleiben; zudem könnten sich die monatlichenTherapiekosten verringern. Die LINKE wandte sich ebenfalls gegen den Genehmigungsvorbehalt der Kran- kenkassen, insbesondere gegen den an- geblich enormen bürokratischen Auf- wand. Auch die anderen Fraktionen stellten ihre Anträge – zum Teil in letzter Minu- te. Die Position der DGS war imVorfeld in aller Eindeutigkeit formuliert und in schriftlicher Form eingereicht worden. Vor Ort wurde unsere Gesellschaft durch Norbert Schürmann vertreten. Die DGS hat festgestellt, dass in der Re- gel nicht der hohe bürokratische Auf- wand zur Ablehnung durch die Kran- kenkassen führt, sondern die unzurei- chende Ausschöpfung von Standardthe- rapien. Dies entspricht auch den Daten, die durch die Krankenkassen geliefert worden sind. Verwiesen wurde insbe- sondere auf die PraxisLeitlinie Cannabis, die bald in Buchform zugänglich sein wird. Die DGS hofft, dass Unsicherheiten im Umgang mit Cannabinoiden nach der fünfjährigen Begleiterhebung ausge- räumt werden können. Diese Begleitstu- die sollte abgewartet werden, denn bis dahin hat der Genehmigungsvorbehalt die Funktion, die gesetzlich fixierten Rahmenbedingungen umzusetzen. Ins- besondere die Blütentherapie wurde in Frage gestellt, was den Empfehlungen der PraxisLeitlinie Cannabis entspricht. Dass es seit 2017 zu einem Anstieg der Genehmigungen gekommen ist und da- mit auch zu einem Anstieg der Kosten für die Krankenkassen, war erwartet, gewollt und in den allermeisten Fällen medizinisch indiziert. Die regionalen Unterschiede im Genehmigungsverhal- ten sind anfänglichen Unsicherheiten im Antragsverfahren sowohl auf Seiten der Krankenkassen als auch auf Seiten der Verordner zuzuschreiben. Die Ge- nehmigungsquoten für Cannabispro- dukte im sogenannten Off-label-Bereich, r r e n u e B n B B K P Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann (Präsident) Thomas Cegla (Vizepräsident) Astrid Gendolla ( in) Dr. med. Silvia Maurer (Vizepräsidentin) Norbert Schü mann (Vizepräsident) ( „In der Regel führt nicht der hohe bürokratische Aufwand zur Ab­ lehnung der Cannabis­ anträge, sondern die unzureichende Aus­ schöpfung von Standardtherapien. Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. DGS Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. 34 Schmerzmedizin 2019; 35 (3)

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