Schmerzmedizin 5 / 2019

Qigong in der multimodalen Schmerztherapie Integration einer traditionellen chinesischen Bewegungstherapie Petra Schwinn, Schongau Die positive Wirkung von Qigong auf den Körper ist zum Teil bereits in Studien nachgewiesen und lässt sich physiologisch erklären. Qigong ist für Schmerzpatienten gut geeignet, da die Übungen individuell modi- fiziert oder auch im Stehen oder Sitzen durchgeführt werden können. Patienten lässt sich somit eine gewisse Eigenverantwortung und Selbstkontrolle zurückgeben. C hronische Schmerzen betreffen am häufigsten den Bewegungsap- parat – hier vor allem den unteren Rücken – und nehmen immer mehr zu [1]. Sie bedeuten nicht nur Einschrän- kungen auf der körperlichen Ebene, son- dern haben auch soziale (z. B. Berufsun- fähigkeit) und psychische Folgen (z. B. Depression). Dadurch entstehen neben Einschnitten in der persönlichen Le- bensqualität und Arbeitsfähigkeit auch erhebliche wirtschaftliche Einbußen [2]. Der Therapie chronischer Schmerzer- krankungen mit dem Primärziel der Teilhabe an Sozialleben und Vermei- dung von Sekundärfolgen kommt daher eine immense individuelle und gesell- schaftliche Bedeutung zu [3, 4]. Aufgrund des komplexen biopsycho- sozialen Krankheitsmodelles sollte die Therapie chronischer Schmerzen nicht unimodal, also nur mittels eines einzi- gen Therapieverfahrens (Medikamente, Physiotherapie oder Psychotherapie), sondern multimodal und multidiszipli- när erfolgen. Neben ärztlichen Therapi- en (v. a. Aufklärung, Information, Bera- tung, Medikation oder ggfs. auch inva- sive Therapieverfahren, die jedoch zu- nehmend in den Hintergrund treten) sind aktivierende Physiotherapie und vorwiegend verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Psychotherapie inklusive Vermittlung von Entspannungsverfah- ren gleichrangige Therapiebausteine [5]. Die behandelnden Therapeuten tau- schen sich dabei in regelmäßigen Team- ©© humonia / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell) 32 Schmerzmedizin 2019; 35 (5) For tbildung

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