Schmerzmedizin 3 / 2018

werden. Ebenso können Reize der Zäh- ne, der Tonsille oder der Oberbauchor- gane ins Segment C4 (C5) projizieren. Injektion Die einfachste Art der Injektionsthera- pie ist die sogenannte Quaddeltechnik. Mit der Quaddel erreichen wir das sym- pathisch-nozizeptive Dermatom und das sympathisch-vasale „Subcutom“, die sehr unterschiedliche Regionen betref- fen können. Bewährt hat sich die Tech- nik „Affenschaukel“ ( Abb. 1 ). Dabei bit- te auch immer parazervikal quaddeln. Neben den Dornen erreicht man das Subcutom von C2 bis C7, ist aber nur im Dermatom C3 und C4, deswegen sollte man über das Akromion zum Deltoi­ deusansatz ins Dermatom C5 quaddeln. Strukturdiagnostik Die Strukturdiagnostik sollte im Ideal- fall in folgender Reihenfolge geschehen: Inspektion, dann Palpation – erst Unter- suchung der passiven, dann der aktiven Strukturen. Inspektion: Hierbei ist auf Verquellun- gen, Atrophien und den Schulterstand zu achten. Palpation: Der Untersucher steht hinter dem Patienten und palpiert beidseits von medial nach lateral: Tuberculum minus und Crista-Ansatz des M. subscapularis und M. latissimus dorsi; dann die folgen- de Incisura bicipitis und das Tubercu- lum majus mit Crista-Ansatz des M. su- praspinatus und darunter des M. infra- spinatus. Diese liegen an der Außenseite des Gelenks! Ist eine Palpationsstelle schmerzhaft, ist diese gereizt und kann gezielt infiltriert werden. Am besten werden solche Stellen einer genaueren Diagnostik unterzogen. Untersuchung der passiven Struktu- ren: Dazu zählen die Gelenkkapseln der Schulter, die Rotatorenmanschette, das Akromio- und Sternoklavikulargelenk, die Bursa subdeltoakromialis und die Bänder zwischen Akromion und Klavi- kula. Ist die Gelenkkapsel des Schulterge- lenkes gereizt, finden wir eine schmerz- hafte Einschränkung der Beweglichkeit, das sogenannte Kapselmuster: zuerst eine Einschränkung der Außenrotation, weniger der Abduktion und der Innen- rotation – in dem Fall ist eine Injektion an die Gelenkkapsel von hinten und von vorn indiziert. Schulterinjektion von hinten: Hierbei nimmt der Patient eine sitzende Position sein. Der Einstichsort liegt vom Ende der Spina scapulae zwei Querfinger (QF) nach medial und zwei QF nach kaudal. Die Injektion erfolgt mit Ausspritzen des Stanzzylinders, die Nadel zum Pro- cessus coracoideus gerichtet. Infiltriert werden etwa 5 ml Lokalanästhetikum (LA). Mit zartem Nadelkontakt kann das Medikament noch 2 cm nach oben und nach unten verteilt werden ( Abb. 2 ). Schulterinjektion von vorn: Auch hier sitzt der Patient. Der Einstich erfolgt un- ter dem Processus coracoideus in Rich- Abb. 1 : „Affenschaukel“ Abb. 2 : Schulterinjektion von hinten. Quaddeln vom Dorn C7 bis zum Deltoideusansatz und von der vorderen zur hinteren Achselfalte. Abb. 3 : ACG-Injektion („Ritterschlagtechnik“) Abb. 4 : Supraspinatus (Infraspinatus)-Injektion ©© Wander ©© Wander ©© Wander ©© IWander Schmerzmedizin 2018; 34 (3) 33

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