Schmerzmedizin 5 / 2018

en. Das Thema Muskelerkrankungen hatte ich während des prakti- schen Jahres an der Universitätsklinik in Würzburg bereits kennen gelernt und hier konnte ich eine neue Abteilung aufbauen helfen. Vielleicht waren bei der Entscheidung aber auch die eigenen Mig- räneattacken wichtig, die mich seit meiner Jugend plagten, die aber erst durch einen Kollegen während meiner Assistenzarztzeit diag- nostiziert wurden. ?? Was hat Sie bewogen, den sicheren Hafen Uni-Klinik zu ver- lassen und sich nach fast zwei Jahrzehnten als angestellte Ärz- tin niederzulassen? Gendolla: Als ich realisierte, dass ich die nicht Möglichkeit bekom- men würde, mich zu habilitieren, suchte ich eine neue berufliche Herausforderung. Vor knapp zehn Jahren erhielt ich die Chance, eine kleine neurologische Praxis in Essen zu übernehmen. Da bin ich schneller als gedacht ins kalte Wasser gesprungen. Bereut habe ich diesen Sprung in keinemMoment. Heute arbeite ich in einem Team mit fünf Kollegen. Angedockt an die Praxis sind Prof. Wolfgang Senf, Emeritus für Psychosomatische Medizin der Universitätsklinik Essen, eine Kunsttherapeutin sowie sehr engagierte medizinische Fachan- gestellte. Wir alle schätzen und mögen uns sehr. Diese Entwicklung war nur möglich durch die kontinuierliche uns freundschaftliche Unterstützung der DGS insbesondere durch Dr. Gerhard Müller- Schwefe und Prof. Hartmut Göbel. ?? Seit März dieses Jahres sind Sie im DGS-Vorstand. Was möch- ten Sie bewegen? Gendolla: Zum einenmöchte ich durchmeine Expertise den Bereich Kopfschmerz in unserer Gesellschaft vertiefen. Darüber hinaus will ich neue und vermehrt junge Kollegen für die DGS begeistern. Ge- meinsam mit meinen Vorstandskollegen möchte ich die Fortbil- dungsangebote weiter entwickeln sowie die Verzahnung von am- bulanter und stationärer Versorgung optimieren. Dazu werde ich Zeit investieren müssen. Das gelingt, weil ich ein hervorragendes Team habe, das mir stets den Rücken freihalten wird. ?? Was ist Ihnen bei der Arbeit und im Arbeitsleben wichtig? Maurer: Ich sehe meine Aufgabe darin, jeden einzelnen Tag der Schmerz- und Palliativpatientenmit der bestmöglichen Lebensqua- lität zu füllen. Und dies mit den Möglichkeiten der Schul- und der Komplementärmedizin. Dazu bedarf es eines respektvollen Um- gangs mit Patienten und deren Angehörigen sowie der Zusammen- arbeit im Team mit Hausärzten, Fachärzten, medizinischen Fach­ angestellten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Kliniken, Selbsthilfegruppen und weiteren Beteiligten des Gesundheitssys- tems. ?? Wollten Sie immer schon Schmerz- und Palliativmedizinerin sein? Maurer: Nein. Ursprünglich war mein Ziel, Dermatologin zu werden. Ich wechselte dann aber in die Anästhesie, ummich vor allem in der Notfallmedizin weiterzubilden. In einer großen Unfallklinik wurde ich dann Ende der 1980er-Jahre in der Intensiv- und Verbrennungs- medizin eingesetzt. Diese Erfahrung, welch unsägliches Leid durch Schmerzen verursacht wird, hat mich bewogen, 1990 meinen ersten Schmerzkongress zu besuchen. Nach Abschluss der Facharztausbil- dung 1992 habe ich mich dann ausschließlich mit der Schmerz- und Palliativmedizin beschäftigt. ?? Was sind Ihre Ziele als Vizepräsidentin der DGS? Maurer: Die Verbesserung der Versorgung der Schmerz- und Palli- ativpatienten in der Fläche. Dazu zählt für mich die bessere Imple- mentierung der Psychotherapie und der Komplementärmedizin genauso wie die politische Arbeit in der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Hier möchte ich mich zudem für eine engere Zusammenarbeit mit dem BVSD einsetzen. ?? Was ist Ihnen bei der täglichen Arbeit und im Arbeitsleben wichtig? Cegla: Durch faire Beratung auf Grundlage einer sicheren Differen- zialdiagnostik zu helfen sowie zu lernen und Konzepte weiter zu entwickeln. Dies alles in einem fach- und berufsgruppenübergrei- fendem Team. Dr. med. Dipl.oek. med. Thomas H. Cegla, Vizepräsident der DGS 1960 in Bottrop im Herzen des Ruhr- gebiets geboren, nach dem Studium an der Universität Essen und der University of Cincinnati, Facharz- tausbildung für Anästhesiologie und seitdem kontinuierliche Arbeit in Schmerzambulanzen. Seit 1993 STK-Leiter, Oberarzt in der Anästhesiologie, dann Lei- tender Oberarzt an einem Herzzentrum, berufsbegleitendes Studium der Gesundheitsökonomie, 14 Jahre lang Chefarzt einer Wuppertaler Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, dort Aufbau der Klinik für Schmerzme- dizin, sieben Jahre ärztlicher Direktor, seit 1. Mai 2018 Chefarzt der Schmerzklinik am Helios Universitätsklinikum Wuppertal und Schmerzmediziner in einem MVZ. Dr. med. Silvia Maurer, Vizepräsidentin der DGS Geboren 1963 in Rodalben, Pfalz. Studium der Humanmedizin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz; Facharztweiterbildung im Be- reich Anästhesie in Lauterbach/Hes- sen und Dortmund; danach im Angestelltenverhältnis in einer Belegarztpraxis in Dillingen/Donau und in einer Praxis für All- gemein- und Suchtmedizin in Speyer. Weiterbildung: 1996- 2001: Studium der Traditionellen chinesischen Medizin in Wien mit Abschluss „Chinesische Arzneimitteltherapie und Komple- mentäre Medizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)“; Zusatzbezeichnung: Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedi- zin, Psychotherapie, Akupunktur, Naturheilverfahren, Sportme- dizin Seit Januar 1995 in fachübergreifender Praxis Anästhesie/ Orthopädie als Schmerz- und Palliativmedizinerin niedergelas- sen. Seit dieser Zeit auch in der Ärztekammer und KV engagiert. ©© S. Bahr/DGS ©© S. Bahr/DGS Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. www.dgschmerzmedizin.de Schmerzmedizin 2018; 34 (5) 3

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