Schmerzmedizin 4 / 2019

Wir freuen uns über Rückmeldungen, Anregungen und Ihre Erfahrungsbe- richte. Es grüßt Sie herzlich Ihre Birgit Scheytt Kursvorschau Datum Kursort Weiterbildungen Kleingruppenseminar 11.9.2019 17:00–20:00 Uhr Berlin Kompaktfortbildung zu aktuellen Themen in der Schmerz- und Palliativversorgung Leitung: Prof. Dr. Sven Gottschling Weiterbildung (CME-Punkte) 7.–10.11.2019 Mannheim Spezielle Schmerztherapie (2 Blockkurse à 40 Stunden) 28.11.–1.12.2019 Mannheim Spezielle Schmerztherapie (2 Blockkurse à 40 Stunden) Kongress 21.8.2019 15:00–19:00 Uhr Homburg/Saar 9. Homburger Schmerz- und Palliativkongress Programmänderungen vorbehalten Alle Kurse können Sie auch bequem online buchen unter www.dagst.de . ©© RRF Fotolia DAGST-Veranstaltungen nen die Lektüre des Artikels, dies im Hinterkopf zu behalten und dadurch den eigenen Handlungsspielraum zu er- weitern. Vielleicht ist es manchmal auch sinnvoll, auszuloten, wo denn trotz aller Professionalität die eigenen Schamgren- zen liegen, zumal sich diese ja auch ver- schieben können. Dann könnte man po- tenziell grenzüberschreitenden Situatio- nen anders entgegentreten. Dem Thema Scham widmete sich Claude-Hélène Mayer auch zusammen mit Elisabeth Vanderheiden in ihrem aktuellen Buch „The bright side of sha- me“, das kürzlich im Springer Medizin Verlag erschienen ist. Viele fürchten, als „eingebildeter Kranker“ zu gelten Nachdenklich stimmt mich, dass sich Patienten mit chronischen Schmerz­ erkrankungen nicht nur für die Krank- heitsfolgen, sondern auch für die Schmerzen selbst schämen. Es ist ihnen also peinlich, überhaupt Schmerzen zu haben. Die Scham über das Stigma einer chronischen Erkrankung kennt man ja auch von anderen Diagnosen, aber hier geht es wohl darüber hinaus. Und gera- de bei Menschen, bei denen keine augen- fällig erklärende Diagnose gestellt wird, bei denen die Bildgebung unauffällig oder kein entzündliches Geschehen nachzuweisen ist, kann leicht der Ein- druck entstehen: „Ich bin einfach zu empfindlich, zu wehleidig“. Hier zeigt sich meines Erachtens wieder, wie wichtig und notwendig es ist, den Patienten über seine Erkrankung zu informieren. Ich erlebe es in der Schmerzedukation häufig, dass die Pati- enten sehr entlastet werden, wenn wir erklären können, wie es zu den Schmer- zen kommt. Wenn sie erfahren, dass die Schmerzschwelle durch die Chronifizie- rung eben sinkt, dass es sich also nicht um „Einbildung“ handelt. Schön wäre natürlich, man hätte die Möglichkeit, Patienten diese Dinge rechtzeitig, also noch vor der Entwick- lung einer chronischen Schmerzstörung oder, im Fall von Tumorpatienten, einer inoperablen Situation zu vermitteln. Vielleicht ergeben sich ja mit den neuen politischen Entwicklungen und For- schungen in der ambulanten Schmerz- therapie dafür neue Möglichkeiten. Jetzt vormerken: Am 21. August 2019 findet in Homburg/Saar statt: 9. Homburger Schmerz- und Palliativkongress Der bewährte Fortbildungstag mit viel Zeit für kollegialen Austausch. ©© [M] Nata-Lia / Shutterstock.com Schmerzmedizin 2019; 35 (4) 39

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