Schmerzmedizin 5 / 2019

Im Auftrag de Schmerzfreiheit Die wichtigsten Ziele de DGS: — Förderung der Schmerzmedizin in Forschung und Lehre — Entwicklung von Standards für die Aus-, Fort- und Weit rbildung in Schmerzmedizin — Entwicklung von Qualitätsstandards in der Schmerzmedizin — Weiterbildung auf allen Gebieten der Schmerzdiagnostik und -therapie — Qualitative u d quantitative Verbes- ser ng der schmerzmedizinischen Patientenversorgung — Förderung der palliativmedizini- schen Versorgung — Aufbau eines nationalen und inter- nationalen Netzwerk s Schmerz­ medizin — Versorgungsforschung im Bereich der Schmerzmedizin — Gründung regionaler Schmerz­ zentren und Schmerzkonferenzen — Wissenschaftliche und fachliche Beratung u d Unterstützung von Ärzten, Psychologen und allen Berufsgruppen in der Patienten­ versorgung — Wissenschaftliche und fachliche Beratung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Kostenträgern, Politik und Öffentlichkeit — Flächendeckende schmerzmedizini- sche Versorgung durch Etablierung eines Facharztes für Schmerzmedizin Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. Geschäftsstelle: Heike Ahrendt Lennéstraße 9, 10785 Berlin Telefon: 030 8562188 - 0 Fax: 030 22185342 E-Mail: heike.ahrendt@ dgschmerzmedizin.de Vorstand: Dr. med. Dr. med. Dr. med. (Vizepräsident r PD Dr. med. Michael A. Überall (Vizepräsident) www.dgschmerzmedizin.de c Sc rzme z n V ww dgschmerzmedizin.de Über den Umgang mit der Schmerzmedizin Welche Rolle wir in der Gesellschaft spielen G emeinsam mit dem Berufsver- band der Ärzte und psychologi- schen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) hat die Deut- sche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) festgestellt, dass sich das neue Disease-Management-Programm (DMP) zu chronischemRückenschmerz, das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Mitte April 2019 beschlossen hat, nicht genug an den Erkenntnissen einer mul- timodalen Schmerztherapie orientiert. Auch wird darin die Nationale Versor- gungsleitlinie „Kreuzschmerz“ nicht aus- reichend berücksichtigt und umgesetzt. Trotz einiger positiver Ansätze – etwa die Aufnahme multimodaler Schulungen – wird die Effektivität des DMP-Rücken- schmerz insgesamt angezweifelt. Beispielsweise fehlt die Erfassung von Yellow Flags bei schweren Erkrankun- gen. Zudem lässt sich nicht erkennen, wann und unter welchen Bedingungen eine Weiterleitung zur multimodalen Schmerztherapie angezeigt ist. Die mul- tidisziplinären Assessments, die gemäß der Nationalen Versorgungsleitlinie nach zwölf Wochen vorgesehen sind, werden über die Kostenpauschale nicht finanziert werden können. Weiterhin wurden die Inhalte der multimodalen Schulungen für Hausärzte bisher nicht definiert und es stellt sich die Frage, wie sich diese in der Praxis umsetzen lassen. Vor Einschreibung in das DMP soll der Arzt prüfen, ob eine medizinische Reha- bilitation sinnvoll ist. Diese Empfehlung, zuerst eine medizinische Rehabilitation zu prüfen, untergräbt das Primat der ku- rativen Medizin, das der G-BA selbst eindeutig formuliert hat. Krankenhäu- ser sollen über ihre Angebote der teilsta- tionären oder stationären multimodalen Schmerztherapie in das therapeutische Regime eingebunden werden. Zu be- mängeln ist aber, dass dies bei ambulant tätigen Vertragsärzten mit der Quali- tätssicherungsvereinbarung „Schmerz- therapie“ nicht der Fall ist. Es steht zu befürchten, dass sich eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den ver- schiedenen Fachdisziplinen im Sinne ei- ner „multimodalenTherapie“ durch das DMP-Rückenschmerz in seiner vorlie- genden Form nicht umsetzen lässt. Die Zuführung von Patienten in ein diffe- renziertes Versorgungsangebot wird mit dieser Struktur kaum gelingen. Die DGS bleibt zu diesem Thema mit allen Ent- scheidungsträgern in Kontakt. Im Auge zu behalten: Die neue Musterweiterbildungsordnung Die Umsetzung der neuen Musterweiter- bildungsordnung (MWBO) für die Zu- satzbezeichnung „spezielle Schmerzthe- rapie“ wird von der DGS aufmerksam be- obachtet. Wir sollten abwarten, ob die Landesärztekammern die vorgeschriebe- nen palliativmedizinischen Weiterbil- dungsinhalte tatsächlich einfordern. Der Vorstand der DGS bittet daher alle Kolle- gen, die Geschäftsstelle zu benachrichti- gen, fallsWeiterbildungsermächtigungen mit Bezug auf palliativmedizinischeWei- terbildungsinhalte nicht oder nur teilwei- r r e n u e B n B B K P Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann (Präsident) Thomas Cegla (Vizepräsident) Astrid Gendolla ( in) Dr. med. Silvia Maurer (Vizepräsidentin) Norbert Schü mann (Vizepräsident) ( „Auch wenn Verbesse­ rungsbedarf besteht, wird die Opioid­ therapie in Deutsch­ land weitgehend seriös betrieben.“ Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. DGS Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. 38 Schmerzmedizin 2019; 35 (5)

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