Schmerzmedizin 1 / 2019

Abb. 1 : Behandlungsalgorithmus bei opioidinduzierter Obstipation (Quelle: https://oic.dgs-praxisleitlinien.de ) Indikation für WHO-3 Opioid gegeben? vorbestehende Obstipation ? Schmerz- patient Laxanzien- therapie Opioid- auswahl alle BFI ≥ 28,8 D BFI ≥ 12 opioidinduzierte Obstipation N Verlaufs- beobachtung TAP/OXN BUP + Naloxegol N PAMORA Methylnaltrexon andere Therapie Laxanzienrotation/ -kombination Prucaloprid Laxanzien + N 1 2 3 5 8 10 11 12 13 16 19 23 ± Laxanzien- therapie? Laxanzien J ± Laxanzien 20 24 15 6 7 9 Verlaufs- beobachtung 22 J J N J Opioid- rotation? 18 N BFI < 28,8 D BFI ≥ 12 21 Opioid- rotation? 25 opioidexazerbierte Obstipation 14 J J N BFI < 28,8 D BFI ≥ 12 17 Ernährung Aktivität Flüssigkeit + 4 ©© M. A. Überall Legende: (1) Evaluation der Indikation zum Einsatz eines stark wirksamen Opioidanalgetikums. (2) Prüfung des Stuhlverhaltens auf Hinweise bezüglich einer Obstipation. (3) Bei vorbestehender Obstipation Einleitung einer geeigneten Laxanzientherapie (4) in Kombination mit sinn­ vollen nicht medikamentösen Maßnahmen. (5) Auswahl des Opioidanalgetikums in Abhängigkeit von Vorhandensein und Ausmaß einer mögli- chen nicht opioidbedingten Obstipation. (6) Bei vorbestehender Obstipation bevorzugter Einsatz von Tapentadol (TAP), Oxycodon/Naloxon (OXN) oder Buprenorphin (BUP). (7) Bei unauffälligem Stuhlverhalten Auswahl des geeignetsten Opioidanalgetikums unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten des jeweiligen Behandlungsfalles und (8) frühzeitiger Beginn einer geeigneten Laxanzientherapie. (9) Regelmäßi- ge Verlaufsbeobachtung und (10) Prüfung auf signifikante Verschlechterung des Stuhlverhaltens unter Verwendung des Bowel-Funktion-Index (BFI). Bei Anstieg des BFI auf Werte über 28,8 mm VAS beziehungsweise BFI-Zunahme um mehr als 12 mm VAS besteht der Verdacht auf das Vor- liegen einer opioidinduzierten Obstipation (OIC; 11; bei initial unauffälligem BFI/Stuhlverhalten) beziehungsweise einer opioidexazerbierten Obstipation (OEC; 14; bei bereits initial auffälligem BFI/Stuhlverhalten). (12/15) Anpassung/Optimierung der Laxanzientherapie durch Dosisstei- gerung, Laxanzienrotation und/oder Kombination, bei OEC gegebenenfalls Einsatz von Prucaloprid (16). (17) Bei unzureichendem Ansprechen Wechsel auf einen oralen peripher wirksamen μ-Opioidrezeptorantagonisten (PAMORA; 13) wie Naloxegol (19), gegebenenfalls auch in Kombi- nation mit Laxanzien (20). (21) Bei gutem Ansprechen (d. h. Abfall des BFI unter 28,8 bzw. BFI-Abnahme von mehr als 12 mm VAS) Fortführung der Therapie und regelmäßige Verlaufskontrollen. (23) Bei fehlendem Ansprechen und fortdauerndem Stuhlverhalt gegebenenfalls zusätzliche s. c. Gabe von Methylnaltrexon, gegebenenfalls auch in Kombination mit konventionellen Laxanzien (24). (25) Bei Beschwerdepersistenz gegebenen- falls Opioidrotation (z. B. auf Tapentadol, Oxycodon/Naloxon oder Buprenorphin). Schmerzmedizin 2019; 35 (1) 39 Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. www.dgschmerzmedizin.de

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQxNTg=