Schmerzmedizin 3 / 2018

Partikularinteressen einzelner Fach- gruppen dem Ziel einer Einigung über die Bedarfssicherung weiterhin entge- gen. Diese innerärztliche Diskrepanz der Haltungen kann gegenüber den Pa- tienten, für die wir Verantwortung tra- gen, eigentlich nur als beschämend be- zeichnet werden. Für eine Zukunft der schmerzmedizinischen Versorgung und für eine Perspektive des Nachwuchses ist es notwendig, dass einzelne Hardliner über ihren eigenen Schatten springen. Die DGS steht in dieser Hinsicht Seite an Seite mit dem BVSD. Die Themenvielfalt des Schmerztags wird sich in den nächsten Ausgaben der „Schmerzmedizin“ in zahlreichen Publi- kationen widerspiegeln. Wir alle sind aufgefordert, auch Sie persönlich, durch Ihre Beiträge die thematische Bandbrei- te unserer Zeitschrift zu stärken. Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann Würdigung eines jahrelangen Engagements für die Schmerzmedizin — — Für sein herausragendes Engagement für die Sache der Schmerzmedizin ist Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe mit dem „Deutschen Schmerzpreis – Deut- scher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie“ ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am 9. März im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages 2018 in Frankfurt am Main überreicht. Wissenschaftlicher Träger des Preises ist die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V., der Preis wird gemeinsammit der Deutschen Schmerz­ liga (DSL) e.V. verliehen. Gestiftet wird er von demLimburger Pharmaunternehmen Mundipharma. „Wir freuen uns sehr, den Menschen, Arzt und persönlichen Freund zu ehren, der in den letzten 30 Jahren die Schmerz­ medizin in Deutschland und über die Grenzen hinaus entscheidend geprägt hat“, sagte Dr. Johannes Horlemann, neuer DGS-Präsident, in seiner Laudatio. Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, von 1997 bis 2018 Präsident der DGS, trug und trägt durch sein herausragendes Engage- ment entscheidend dazu bei, dass sich die Schmerzmedizin als Fachdisziplin in Deutschland zunehmend als Versor- gungsstruktur etablieren konnte. Sein persönlicher ehrenamtlicher Einsatz hat die Schmerzmedizin in Deutschland ent- scheidend geprägt und vorangebracht. In den letzten Jahrzehnten hat er maß- geblich Meilensteine der schmerzmedizi- nischen Entwicklungen mitgestaltet, da- runter die Schmerztherapievereinbarung zur Versorgung chronisch schmerzkran- ker Patienten von 1986 und ihrer Novelle 1996 sowie die Einführung der Zusatzbe- zeichnung „spezielle Schmerztherapie“ 1996. Auch bei der Etablierung von Schmerz- und Palliativmedizin in die universitäre medizinische Ausbildung 2012 und der Schaffung verbandsinterner schmerzmedizinischer Qualifikationen hat er mitgewirkt. Beim Aufbau eines bundesweiten Netzes von regionalen Schmerzentren DGS und ihrer monatli- chen interdisziplinären Schmerzkonfe- renzen, der Kongressorganisation des Deutschen Schmerz- und Palliativtages sowie zahlreichen schmerzpolitischen bundesweiten Initiativen, wie dem „Nati- onalen Versorgungsforum Schmerz“ in Berlin war Müller-Schwefe ebenfalls be- teiligt. Über all diese Jahre unterstützt er verschiedene Patientenorganisationen, insbesondere als Gründungsmitglied und seit 1993 als Vizepräsident die DSL. 2010 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, 2014 den Ehrenpreis der DSL. In Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihmdie DGS und DSL nun den Deutschen Schmerzpreis 2018. Verleihung des Deutschen Schmerzpreises auf dem Deutschen Schermz- und Palliativtag 2018 : (v.l.n.r) Klaus Längler, Dr. Ingrid Spohr, Dr. Oliver Emrich, Preisträger Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Susanne Wüste, Dr. Silva Maurer, Dr. Johannes Horlemann, Uta Obst, Günter Rambach und PD Dr. Michael A. Überall Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. www.dgschmerzmedizin.de Schmerzmedizin 2018; 34 (3) 41

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