Schmerzmedizin 2 / 2019

Angst bei 65,7% und Stress bei 90,3% ( Abb. 2 ). Die relative Beschwerdelinderung der verschiedenen ASR-9-Parameter lag für den Bereich Schmerz bei 57,3%, Funkti- on imAlltag bei 52,3%, Schlaf bei 43,9%, Wohlbefinden bei 86,7%, körperliche und seelische Lebensqualität bei 36,9% beziehungsweise 12,9%, Depressivität bei 57,0%, Angst bei 51,4% und Stress bei 77,1%. Der korrespondierende An- teil Betroffener mit einer mindestens 30%igen Beschwerdelinderung in Bezug zum Ausgangsbefund lag bezüglich Schmerz bei 82,3%, Funktionalität im Alltag bei 81,8%, Schlaf bei 68,4%, Wohlbefinden bei 56,4%, körperlicher und seelischer Lebensqualität bei 35,9% beziehungsweise 14,0%, Depressivität bei 81,8%, Angst bei 76,1% und Stress bei 90,6% ( Abb. 4 ). Bei einer relativen ASR-9 Beschwerdelinderung von 39,0 ± 26,5% (Median 42, Spannweite 41-85) dokumentierten 587 Patienten (73,4%) einen mindestens 30%igen, 417 Teilneh- mer (52,1%) einen mindestens 50%igen und 208 (26,0%) einen mindestens 70%igen Rückgang der unter Bezugnah- me auf die Parameter des ASR-9 quanti- fizierten schmerzbedingten Beeinträch- tigungen. Effekte auf analgetische Ko- Medikation Unter der Behandlung mit dem canna- bishaltigen Oromukosalspray zeigte sich ein deutlicher Rückgang bezüglich des Bedarfs an sonstigen analgetischen Dau- er- beziehungsweise Notfall-/Rescue- Therapien. So konnten mit 35,6% (n = 285) nicht nur über ein Drittel der Pati- enten infolge der THC:CBD-Zusatzbe- handlung mindestens eine ihrer vorbe- stehenden, sonstigen, analgetischen Dauertherapien vollständig beenden, sondern mit 47,9% (n = 383) auch fast die Hälfte all der Patienten, die bis dato eine zusätzliche medikamentöse Not- falltherapie benötigt hatten ( Abb. 5 ). Hinzu kam mit durchschnittlich 54,3% beziehungsweise 72,1% ein erheblicher Anteil Patienten, die die Vorbehandlung zwar fortführten, jedoch als Folge der analgetischen Zusatzbehandlung mit dem THC:CBD-Mundspray Dosis und/ oder Anwendungshäufigkeit ihrer jewei- ligen Dauer-/Notfalltherapie reduzieren konnten. Dosis-Wirkungsbeziehung Versuche zum Nachweis einer Dosis- Wirkungsbeziehung ergaben – trotz ten- denziell besserer/stärkerer Effekte bei höheren Dosierungen – keine belastba- ren Hinweise auf eine nennenswerte Korrelation zwischen der angegebenen Tagesdosis und dem Ausmaß der doku- mentierten Beschwerdelinderung (R 2 = 0,0647; Abb. 6 ). Verträglichkeit Die Behandlung mit dem THC:CBD- haltigen Oromukosalspray wurde gut vertragen. Im Evaluationszeitraum do- kumentierten 159 Patienten (19,9%) ins- gesamt 206 unerwünschte Arzneimittel- wirkungen (UAW), vorwiegend geringer Beschwerdeintensität (81,6%). Die häu- figsten UAW-Meldungen erfolgten für die Bereiche Stoffwechsel (27,2%), Ner- vensystem (25,2%) und Gastrointesti- naltrakt (20,4%), gefolgt von allgemei- nen Beschwerden (11,2%), Respirations- Abb. 4 : Responderkurven (prozentualer Rückgang vs. Ausgangsbefund) der neun Einzel- faktoren des Aggregated-9-factor-Symptom-Relief-Scores (ASR-9) mit numerischer Darstellung des ≥ 30%-Responsewertes Response (% vs. Ausgangsbefund) 90,6 Stress Kumulative Häufigkeit (%) 0 ≥ 10 ≥ 20 ≥ 30 ≥ 40 ≥ 50 ≥ 60 ≥ 70 ≥ 80 ≥ 90 100 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 81,8 76,1 68,4 56,4 35,9 14,0 82,3 Schmerz Angst Schlaf Wohlbefinden QoL Körper QoL Seele Funktion/Depressivität Abb. 5 : Beobachtete/dokumentierte Änderungen (Dosisreduktion, orange; Therapie­ beendigung, blau) des Behandlungsbedarfs mit Analgetika/Ko-Analgetika bezüglich Dauer- (oben) und Notfall-/Rescue-Therapie (unten) unter THC:CBD Therapiebeendigung Dosisreduktion Nichtopioidanalgetika Dauermedikation Notfalltherapie Nichtopioidanalgetika NSAR NSAR WHO-2-Opioide WHO-2-Opioide WHO-3-Opioide WHO-3-Opioide Antidepressiva Antikonvulsiva Sonstige Sonstige 16,0 8,6 10,9 17,3 9,7 7,2 13,0 56,0 41,2 74,5 41,3 37,9 69,7 77,4 61,1 28,3 3,1 77,8 60,7 51,3 54,5 53,6 52,7 51,6 0 10 20 30 40 50 60 70 80 DGS Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. 46 Schmerzmedizin 2019; 35 (2)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQxNTg=