Schmerzmedizin 6 / 2018

codon, die bereits als Fertiglösungen existieren. Die Dosierung orientiert sich an der Opioid-Basismedikation mit re- tardierten Opioiden. Die Basismedika­ tion ist zwingend erforderlich um: A. eine kontinuierliche Schmerzunter- drückung zu gewährleisten und um B. einer Opioidhyperalgesie vorzubeu- gen. Wir empfehlen, das Opioid im Verhält- nis 1 : 1 mit NaCl 0,9% zu mischen. Mit- tels einer kleinen Flasche mit Zerstäuber kann die Lösung gleichmäßig über der Wundfläche verteilt werden. Bei einer Basismedikation von bis zu 60mg Mor- phinäquivalenz täglich reichen 3–4 Sprühstöße aus, um die Basis- und Be- darfsmedikation zu reduzieren. Dies wiederum führt zu einem verbesserten Outcome des Patienten bei besserer Wachheit und Reduktion der Nebenwir- kungen von höher dosierten retardierten Opioiden. Der Patient in Abb. 4 konnte aufgrund seiner Tumorerkrankung nicht schmerz- frei schlucken. Durch die zusätzliche lo- kale Anwendung von Opioiden mit Lo- kalanästhetika, 30 Minuten vor den Mahlzeiten, war es dem Patienten mög- lich, kleine Mahlzeiten einzunehmen und so auch ein Stück Lebensqualität zu- rück zu gewinnen. Eine Schmerzreduktion mit Lokalan- ästhetika ist bei exulzerierenden Karzi- nomen im gesamten Wundgebiet und insbesondere an den Wundrändern in- diziert, ebenfalls die Kombination mit Opioiden zur Schmerztherapie. Psychische Belastung Nicht selten sind solche Patienten trau- matisiert, schwerst depressiv und suizid- gefährdet. Sie sind permanent mit dem Ausmaß ihrer Erkrankung konfrontiert und erleben, wie der Tumor sich negativ verändert und gesundes Gewebe ver- drängt. Angehörige können mit dem Anblick und der Geruchsbelästigung oft nicht umgehen und distanzieren sich – die Negativspirale der sozialen Isolation setzt sich fort. In der Therapie sind Sen- sibilität, Empathie und die Professiona- lität des behandelnden Teams gerade in solchen Situationen drei maßgebliche Säulen: die Symptomlinderung, die Sta- bilisierung der Psyche und die Angstbe- wältigung stehen im Vordergrund. Eine gute Versorgung durch Pfleger, Psy- choonkologen, Seelsorger und Ärzte führt selbst in schwierigen Behand- lungssituationen zu einer verbesserten Lebensqualität des Patienten und schafft eine hohe Zufriedenheit im Team. Norbert Schürmann Facharzt für Anästhesie und Allgemeinmedizin Spezielle Schmerzthera- pie, Palliativmedizin Co-Regionalleiter DGS Duisburg Vizepräsident der DGS, St. Josef Krankenhaus GmbH Moers, Asberger Straße 4, 47441 Moers E-Mail: norbert.schuermann@dgschmerz- medizin.de Literatur 1. Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin. Leitlinien der Sektion Pflege, Exulzeriende Wunden. Juni 2014 2. Schürmann N, Ziegenfuß T. Schmerzthera- pie in der Onkologie. Trilium Krebsmedizin 2017;26(1):284–8 3. Schürmann N. Exazerbierende Schmerz- symptome in der Praxis – Angst vor dem Schmerz muss nicht sein. Schmerzmedizin 2015;1:26–7 4. Kindermann K. Palliatives Wundmanage- ment. Projektarbeit .dgpalliativmedizin.de Schmerzmedizin 2018; 34 (6) 49 A58778 € (D) sind gebundene Ladenpreise in Deutschland und enthalten 7 % für Printprodukte bzw. 19 %MwSt. für elektronische Produkte. € (A) sind gebundene Ladenpreise in Österreich und enthalten 10 % für Printprodukte bzw. 20%MwSt. für elektronische Produkte. Die mit * gekenn- zeichneten Preise sind unverbindliche Preis- empfehlungen und enthalten die landesübliche MwSt. Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten. V. Tronnier Neurochirurgische Schmerztherapie Schmerzsyndrome und Therapieverfahren 2018. XIII, 344 S. 149 Abb., 106 Abb. in Farbe. Geb. € (D) 129,99 | € (A) 133,63 | CHF 134.00 ISBN 978-3-662-53560-8 € (D) 99,99 | CHF 107.00 ISBN 978-3-662-53561-5 (eBook) • Gezielte neurochirurgische Eingriffe zur effektiven Schmerztherapie • Etablierte und neu eingeführte Verfahren, ihr Stellenwert und ihre Anwendung • Therapieempfehlungen für die wichtigsten Schmerzsyndrome springer.com/empfehlung

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQxNTg=