Schmerzmedizin 5 / 2019

Die Würdezentrierte Therapie Innerer Friede für die letzte Lebensphase Sandra Stephanie Mai, Mainz Um Leiden und Sorgen bei Palliativpatienten zu mildern, eignet sich die Würdezentrierte Therapie. In einem Interview kann der Patient wichtige und schöne Aspekte seines Lebens Revue passieren lassen und seinen Angehörigen ein Dokument mit dem hinterlassen, was er über seinen Tod hinaus bewahrt sehen möchte. D ie am meisten bedrückende Aus- wirkung, die der Schmerz auf den homo patiens hat, liegt nicht in seiner Intensität, sondern in seiner Fähigkeit, die Person als Geisel zu neh- men, indem er sie ihrer Eigenständigkeit und Würde beraubt. Solange die medi- zinische Antwort nicht durch das expli- zit erklärte Ziel, die Eigenständigkeit und Würde einer Person wiederherzu- stellen, motiviert ist, wird sie ihrem ele- mentaren ethischen Anspruch nicht ge- recht [1]. Im November 2014 richtete die Abtei- lung für Palliativmedizin der Universi- tätsmedizin Mainz in Kooperation mit dem Institut für Palliativpsychologie, Frankfurt am Main, unter dem Titel „Würde und existenzielles Leid am Ende des Lebens“ in Mainz eine Fachtagung aus, auf der Professor Harvey Max Cho- chinov, Kanada, erstmals in Deutsch- land seine Forschungsergebnisse und viel mehr noch seine Erfahrung mit der „Dignity Therapy“ – der „Würdezentrier- ten Therapie“ – weitergab. Inspiriert durch diesen intensiven Austausch ent- stand nicht nur der Wunsch, sich fort- und weiterzubilden, zu verstehen, was diese Inspiration ausmacht und zu for- schen, sondern auch der Wunsch, die würdezentrierte Begleitung und ganz ©© Baramee / stock.adobe.com Viele Patienten verspüren am Ende ihres Lebens das Bedürfnis, ihren Angehörigen eine letzte Botschaft zu hinterlassen. 48 Schmerzmedizin 2019; 35 (5) DAGST Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie

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