Schmerzmedizin 6 / 2018

Im Auftrag de Schmerzfreiheit Die wichtigsten Ziele de DGS: — Förderung der Schmerzmedizin in Forschung und Lehre — Entwicklung von Standards für die Aus-, Fort- und Weit rbildung in Schmerzmedizin — Entwicklung von Qualitätsstandards in der Schmerzmedizin — Weiterbildung auf allen Gebieten der Schmerzdiagnostik und -therapie — Qualitative u d quantitative Verbes- ser ng der schmerzmedizinischen Patientenversorgung — Förderung der palliativmedizini- schen Versorgung — Aufbau eines nationalen und inter- nationalen Netzwerk s Schmerz­ medizin — Versorgungsforschung im Bereich der Schmerzmedizin — Gründung regionaler Schmerz­ zentren und Schmerzkonferenzen — Wissenschaftliche und fachliche Beratung u d Unterstützung von Ärzten, Psychologen und allen Berufsgruppen in der Patienten­ versorgung — Wissenschaftliche und fachliche Beratung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Kostenträgern, Politik und Öffentlichkeit — Flächendeckende schmerzmedizini- sche Versorgung durch Etablierung eines Facharztes für Schmerzmedizin Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. Geschäftsstelle: Heike Ahrendt Lennéstraße 9, 10785 Berlin Telefon: 030 8562188 - 0 Fax: 030 22185342 E-Mail: heike.ahrendt@ dgschmerzmedizin.de Vorstand: Dr. med. Dr. med. Dr. med. (Vizepräsident r PD Dr. med. Michael A. Überall (Vizepräsident) www.dgschmerzmedizin.de c Sc rzme z n V ww dgschmerzmedizin.de Schmerzpatienten Versorgungsrealität aus dem Blick verloren? D em Gemeinsamen Bundesaus- schuss (G-BA) fiel mit dem GKV- Versorgungsstärkungsgesetz die Aufgabe zu, die Bedarfsplanung für eine ärztliche Versorgung der Zukunft zu entwickeln. Das in der Folge beauftrag- te Gutachten wurde imOktober 2018 als „Meilenstein“ präsentiert. 2019 soll auf Grundlage dieser Empfehlungen eine angepasste Bedarfsplanungsrichtlinie in Kraft treten. In diesem Konzept werden der wissenschaftlich ermittelte Versor- gungsbedarf und der regionale Bezug als „Arztkapazität“ in einem Konzept ver- eint. Die Gutachterin, Professor Leonie Sundmacher von der LMU München, trug auf der KBV-Herbsttagung vor, die Patienten seien im Wesentlichen zufrie- den mit der Versorgung. Die desolate Si- tuation in der schmerzmedizinischen Versorgung, insbesondere Hinweise auf eine Zunahme schwerst chronifizierter Patienten in und durch das aktuelle Ge- sundheitssystem wurden nicht bedacht. Die Versorgung wird insbesondere an der Wartezeit auf einen Facharzttermin festgemacht, sie beträgt bei bis zu 26,7% der Befragten mehr als 28 Tage. Ob aber der Termin tatsächlich dringlich sei, wurde überhaupt nicht präzise unter- sucht. Es wird ein regionales Monitoring angeregt. Ausdrücklich wird erstmals befürwortet, dass ein Arzt mehr als ei- nen Kassensitz besetzen könne, etwa 1,25 Sitze pro Arzt, wenn nicht ärztliche Praxisassistentinnen den Arzt im Aus- maß von mindestens einer halben Stelle unterstützen. Es sollen in der Planung die Alterung und die Zu- /Abnahme von Krankheitsbildern berücksichtigt wer- den. Patienten wird morbiditätsabhän- gig ein Versorgungsbedarf „zugewiesen“. Die Berechnungen, bezogen auf 2016, kommen auf einen Mehrbedarf für Hausärzte von 4.000, bezogen auf einen Versorgungsgrad von 100% (bei einer Wochenarbeitszeit von 51 Stunden) und eine Mindestsprechstundenzeit von 20 Stunden pro Woche (die inzwischen auf 25 Stunden erhöht wurde). Fachgesellschaften rücken zusammen Ist damit alles in Ordnung? Ist die Ver- sorgung, gar eine schmerzmedizinische, damit sichergestellt? Mitnichten! Ne- benbefundlich: Ausdrücklich berück- sichtigt das Gutachten die Alterung der Ärzteschaft nicht. Auch angestellte Ärz- te und MVZ bleiben unberücksichtigt. Am schlimmsten: Die schmerzmedizi- nische Versorgung kommt in dieser Empfehlung nicht vor! Vielmehr wird Schmerzmedizin als eine Subspezialisie- rung der Anästhesie aufgeführt. Der er- staunte Leser des Gutachtens fragt sich, wie weit die Autoren, der GKV-Verband und der G-BA sich mittlerweile von der Versorgungsrealität entfernt haben. Hat sich noch nicht herumgesprochen, dass viele Hausärzte, Neurologen und Or- thopäden die schmerzmedizinische Versorgung, insbesondere der schmerz- chronifizierten Patienten, seit langem unter schlechten Bedingungen aufrecht- erhalten? r r e n u e B n B B K P Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann (Präsident) Thomas Cegla (Vizepräsident) Astrid Gendolla ( in) Dr. med. Silvia Maurer (Vizepräsidentin) Norbert Schü mann (Vizepräsident) ( „Dass Schmerzmedizin bei den politischen Entscheidungsträgern immer noch nicht vorkommt, darf getrost als Skandal bezeichnet werden.“ Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. DGS Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. 50 Schmerzmedizin 2018; 34 (6)

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