Schmerzmedizin 3 / 2019

DAGST Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie Die DAGST e. V. ist eine originäre Schmerzgesellschaft und setzt sich seit ihrer Gründung 2002 ausschließlich für eine qualitativ hoch­ wertige Ausbildung in ganzheitlicher Schmerztherapie ein. Unsere Ziele: — Bessere Behandlung von Schmerz­ patienten durch ganzheitlichen Ansatz — Berufsbegleitende qualifizierte Schmerztherapie-Ausbildung mit Zertifikat zum Tätigkeitsschwerpunkt „Ganzheitliche Schmerzbehandlung“ — Interaktive Vorträge mit Beteiligung des Auditoriums und Demonstration von Behandlungsverfahren — Umsetzung der Ergebnisse aktueller Schmerzforschung in die Ausbildung und Therapie — Intensiver kollegialer Austausch sowie Bildung von interdisziplinären Netzwerken Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie e. V. 1. Vorsitzender Prof. Dr. med. Sven Gottschling (Schriftleitung) 2. Vorsitzende Birgit Scheytt Weitere Informationen: Fortbildungsbüro DAGST Amperstr. 20A 82296 Schöngeising Telefon: 08141 318276-0 Fax: 08141 318276-1 E-Mail: kontakt@dagst.de Redaktion: Christine Höppner E-Mail: ch@orgaplanung.de www.dagst.de Naturheilverfahren und die Schulmedizin Auch auf die eigene Erfahrung setzen Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man in jüngster Zeit die zahlrei- chen Beiträge in der Boulevardpresse, in wissenschaftlichen Medien und Fern- sehsendungen verfolgt, scheint es, als besäße die bislang gern zitierte Aussage „Wer heilt, hat recht“ keine Gültigkeit mehr. Es scheint sogar, als hätte ein re- gelrechter Kreuzzug der Wissenschaft begonnen, um Heilverfahren der Natur- und Erfahrungsheilkunde nicht nur zu diskreditieren, sondern komplett aus dem Heilwesen zu verbannen. Natur- heilverfahren seien wissenschaftlich nicht belegt und würden mit dubiosen und wirkungslosen Diagnose- und The- rapieformen den Patienten nur das Geld aus der Tasche ziehen. In dieser Kampa- gne werden nicht nur Un- oder Halb- wahrheiten verbreitet, um Patienten zu verunsichern, die jahrelang von diesen Verfahren profitiert haben, sondern auch wesentliche Fakten verdreht oder gar nicht erst berücksichtigt. So gibt es für viele komplementäre Verfahren eindeutige und wissenschaft- lich fundierte Studien zu deren Wirk- samkeit. Gerade die nebenwirkungsfrei- en Effekte der Akupunktur sind mittler- weile in unzähligen Studien mit mo- dernsten Nachweismethoden eindeutig belegt, gleiches gilt für die regenerativ wirksamen Biophotomodulationseffekte der Low-Intensity-Lasertherapie. Der Nachweis der Übertragung von elektro- magnetischen Informationsmustern zwischen Körperzellen in Form von Bio- photonen als vielleicht wichtigster inter- zellulärer Informationsweg ist Basis der Wirksamkeit vieler Naturheilverfahren. An der Erforschung kostengünstiger komplementärer Heilverfahren besteht oftmals gar kein Interesse, weil diese wirtschaftlich gesehen für mögliche In- vestoren völlig uninteressant sind und deshalb auch keine Gelder für umfang- reiche Studien zur Verfügung gestellt werden. Dabei wären viele dieser Metho- den relativ einfach im Rahmen gut kon- zipierter, placebokontrollierter Dop- pelblindstudien überprüfbar, insbeson- dere wenn dazu Globuli oder Tabletten eingenommen werden (z. B. Homöopa- thie, Bachblüten, Schüssler-Salze). Zusammenarbeit ist besser als Konkurrenzdenken Trotz unserer immensen Fortschritte in Forschung und Medizin sollten wir be- scheiden bleiben und uns eingestehen, dass wir vermutlich nie in der Lage sein werden, alle Phänomene und Wirkwei- sen in unserem Kosmos, einschließlich des Organismus, zu verstehen und wis- senschaftlich zu belegen. Natürlich soll- te es immer das erstrebenswerte Ziel sein, Dinge auf wissenschaftlicher Basis zu erforschen und zu verstehen. Ande- rerseits sollte aber auch der Empirie ein gewisser Raum eingeräumt werden, so- lange dies nicht zur Schädigung unserer Patienten führt. „Keinesfalls darf ein Wettstreit darüber entstehen, welche Heilmethode die bessere ist – die Allopathie und Schul- medizin oder die Natur- heilverfahren.“ Hardy Gaus Zahnarzt Dozent für Akupunktur, Naturheil­ verfahren und ganzheitliche Zahn­ medizin, Straßberg 54 Schmerzmedizin 2019; 35 (3)

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