Schmerzmedizin 5 / 2018

Oxycodon 48,1% und unter Hydromor- phon 64,9% (p<0,001 vs. Morphin und Oxycodon) der Patienten. Parallel zur Schmerzlinderung doku- mentierten die Betroffenen auch einen deutlichen Rückgang bezüglich des Aus- maßes schmerzbedingter Beeinträchti- gungen im Alltag. So beschrieben unter Morphin 56,2%, unter Oxycodon 57,8% und unter Hydromorphon 68,6% einen absoluten Rückgang des mPDI-Punkt- wertes von mindestens 14 Punkten (ent- sprechend dem MCID für mDPI) und einen relativen Beschwerderückgang von 44,7% (unter Morphin), 47,4% (un- ter Oxycodon) und 63,4% (unter Hydro- morphon) versus Ausgangsbefund. Insgesamt reduzierte sich der Anteil Patienten mit bedeutsamen/schwerwie- genden schmerzbedingten Beeinträchti- gungen der Lebensqualität unter der Opioidbehandlung deutlich auf 13,2% oder 2,5%, neuerlich jedoch deutlich stärker in der mit Hydromorphon be- handelten Subgruppe (von 77,3%/29,2% auf 6,5%/0,0%) als unter Oxycodon (Rückgang von 76,2%/28,1% auf 16,8%/1,6%) oder Morphin (von 73,0%/29,2% auf 16,2%/5,9%). Einen klinisch relevanten Rückgang der mit dem QLIP dokumentierten, schmerzbe- dingten Beeinträchtigungen der Lebens- qualität (eine Verbesserung von mindes- tens vier Punkten, entsprechend dem MCID für dieses Instrument) dokumen- tierten unter Morphin 75,1%, unter Oxycodon 86,5% und unter Hydromor- phon 96,8% der Patienten (p<0,001 vs. Morphin und Oxycodon). Die Ergebnisse der Wirksamkeits- und Responderevaluation sind in Tab. 3 sowie Abb. 7 zusammengefasst. In allen drei für die Responderanalyse evaluier- ten Endpunktbereichen zeigten sich für die mit Hydromorphon behandelten Pa- tienten im Vergleich zu den unter Oxy- codon oder Morphin numerisch (und zum Teil auch statistisch signifikant) hö- here/stärkere/bessere Wirkeffekte. Be- züglich Schmerzlinderung lag die Res- ponsequote für MOR vs. OXY vs. HYD bei 56,8% vs. 62,2% vs. 73,5% (für HYD p=0,019 vs. OXY, p<0,001 vs. MOR), bezüglich Funktionsverbesserung bei 47,6% vs. 49,7% vs. 58,9% (für HYD p=0,029 vs. MOR) und bezüglich Le- bensqualitätsverbesserung bei 38,9% vs. 43,8% vs. 70,8% (für HYD p<0,001 vs. MOR und OXY). Die höchsten Respon- derraten (im Sinne einer klinisch rele- vanten Beschwerdelinderung in allen drei Bereichen) zeigten sich mit 42,2% bei den mit Hydromorphon behandelten Patienten gefolgt von 21,6% unter Oxy- codon und 20,0% unter Morphin (je- weils p<0,001 vs. HYD). Sonderfall Hydromorphon Innerhalb der mit Hydromorphon be- handelten Subgruppe dokumentierten mit 55,7% (n=103) etwas mehr als die Hälfte der 185 Patienten den Einsatz ei- nes einmal täglich einzunehmenden 24-Stundenpräparates, 82 (44,3%) eine Behandlung mit konventionellen Re- tardpräparaten. In der Einzelanalyse der genannten Wirksamkeitsparameter er- wies sich die Behandlung mit den 24-Stundenpräparaten bezüglich Schmerzlinderung (77,7% vs. 68,3%, OR: 1,81, p=0,076) und Funktionsver- besserung (63,1% vs. 53,7%, OR: 1,48, p=0,194) den konventionellen Retard- präparaten gegenüber numerisch, be- züglich des dokumentierten Grades der Lebensqualitätsverbesserung (76,7% vs. 63,4%, OR: 1,96, p=0,037) und dem Abb. 7 : Relative Häufigkeit definierter Responseraten ( ≥ 50%iger Rückgang der jeweiligen Beschwerdeintensität vs. Ausgangsbefund) für die Parameter Schmerz (oben), schmerzbe- dingte Beeinträchtigungen im Alltag (oben Mitte) und Lebensqualität (unten Mitte) sowie den primären Endpunkt (unten) in den drei evaluierten Behandlungsgruppen Schmerzlinderung ≥ 50% Dokumentierte Ereignishäufigkeit (Prozent) 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Funktionsverbesserung ≥ 50% Lebensqualitäts- verbesserung ≥ 50% ≥ 50% Verbesserung in allen drei Bereichen: Schmerz, Funktion und Lebensqualität Morphin retard (n=185) Oxycodon retard (n=185) Hydromorphon retard (n=185) 56,8 62,2 73,5 47,6 49,7 58,9 38,9 43,8 70,8 20,0 21,6 42,2 Abb. 8 : Relative Häufigkeit definierter Responseraten ( ≥ 50%iger Rückgang der jeweiligen Beschwerdeintensität vs. Ausgangsbefund) für die Parameter Schmerz (oben), schmerzbe- dingte Beeinträchtigungen im Alltag (oben Mitte) und Lebensqualität (unten Mitte) sowie den primären Endpunkt (unten) in Abhängigkeit von der Galenik der zum Einsatz gebrach- ten oral retardierten Hydromorphonpräparate Schmerzlinderung ≥ 50% Dokumentierte Ereignishäufigkeit (Prozent) 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Funktionsverbesserung ≥ 50% Lebensqualitätsverbesserung ≥ 50% Verbesserung in allen Bereichen ≥50% 24-Std. Hydromorphon (n=103) Hydromorphon sonstige (n=82) 77,7 68,3 58,3 54,9 76,7 63,4 49,5 32,9 DGS Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. 52 Schmerzmedizin 2018; 34 (5)

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