Schmerzmedizin 1 / 2019

Nachruf für Dr. med. Eckart Müllner D ie Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin trauert um Dr. med. Eckart Müllner, Leiter des Regio- nalen DGS-Schmerzzentrums Strau- bing, der am 25. November 2018 nach kurzer schwerer Krankheit verstarb. Dr. Eckart Müllner war nicht nur als Nervenarzt, sondern auch als Schmerz- mediziner ein Urgestein in ganz Ostbay- ern. „Bei wem sind Sie denn in Behand- lung?“ – „Beim Müllner“. Damit war al- les gesagt. Nach seinem Studium der Humanme- dizin an der LMUMünchen arbeitete er zunächst wissenschaftlich am Max- Planck-Institut München und leitete von 1973 bis 1975 ein Forschungslabor in Konstanz. Sein Weg führte ihn dann zurück in die klinische Tätigkeit an der Klinik für Neurologie und Psychiatrie der LMUMünchen und Regensburg, wo er bis 1983 als Oberarzt tätig war. Seit 1983 war Müllner niedergelassener Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin in Straubing. Darüber hinaus verfügte er über Qualifikationen weit über das üb- liche Maß hinaus: Als Facharzt für ra- diologische Diagnostik/Neuroradiolo- gie nahm er einen der ersten Kernspin- tomatografen zur neuroradiologischen Diagnostik in Ostbayern in Betrieb; als Facharzt für psychotherapeutische Me- dizin verfügte er sowohl über eine fun- dierte tiefenpsychologische wie auch über eine verhaltenstherapeutische Aus- bildung. Engagiert in vielen Bereichen Ab 1995 war Dr. Müllner als Dozent der deutschen Gesellschaft für ärztliche Hypnose und autogenes Training (DGAEHAT) tätig. Durch seine umfas- senden Aus- und Weiterbildungen ver- einte er die in der Schmerzmedizin zu Recht geforderte und notwendige multimodale Therapie sowie das inter- disziplinäre Wissen in sich. Ab 1991 war er Mitglied im Planungs- und Ko- ordinierungsausschuss der Regierung von Niederbayern sowie Vorsitzender des Hartmannbundes Niederbayern. 1999 wurde er bis zu dessen Auflösung zum Mitglied des bayerischen Senats ernannt. Trotz allem blieb ihm Zeit für Familie, die fünf Kinder und seine Hobbys. Auf- gewachsen am Chiemsee, war er ein lei- denschaftlicher Segler und Skifahrer. Mu- sisch und kulturell interessiert sowie als hervorragender Tänzer bewegte sich Müllner auch auf dem gesellschaftlich- kulturellen Parkett sicher. Sein unstillba- rer Wissensdurst und sein scharfer, stets hellwacher Verstand verhinderten auch weit jenseits des sogenannten Ruhestan- des Stillstand. Dr. Müllner hat sein Leben stets dem Wohl seiner Patienten gewidmet. Mit ihm verlieren wir einen außergewöhnli- chen Menschen, Kollegen und Freund. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerz- medizin wird Dr. Eckart Müllner ein eh- rendes Andenken bewahren. Dr. med. Mathilde von Grafenstein-Witte ging System“ (MPSS), eine Stadieneintei- lung des Schweregrades chronischer Schmerzen – der „Chronifizierungsgrad nach Gerbershagen“, wie man ihn ge- meinhin auch nennt – wird für immer mit seinem Namen verbunden bleiben und ist noch immer im Gebrauch. Pro- fessor Gerbershagen gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Internatio- nal Association for the Study of Pain (IASP) und der Deutsche Schmerzgesell- schaft (DSG) und wurde durch zahlrei- che wissenschaftliche Preise sowie das Bundesverdienstkreuz geehrt. Ein Leben gegen den Schmerz! Danke, Hans Ulrich Gerbershagen! Dr. med. Oliver M.D. Emrich DGS 52 Schmerzmedizin 2019; 35 (1)

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