Schmerzmedizin 4 / 2018

Schmerzmedizin 4 / 2018

Prospektive klinische Studie Wirksamkeit der Photobiomodulations- therapie bei Patientinnen mit Lymphödem nach Mastektomie oder brusterhaltender Therapie Maximilian Andreas Storz, Benjamin Gronwald, Sven Gottschling, Jakob Schöpe, Russalina Mavrova, Sascha Baum, Katja Welsch Einleitung Das Mammakarzinom-bedingte Lymph­ ödem der oberen Extremität gehört zu den häufigsten Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen und anschlie- ßender Radiotherapie bösartiger Neu­ bildungen der weiblichen Brustdrüse. Dabei entwickeln nach DiSipio et al. mehr als 20% aller überlebenden Patien- tinnen ein Lymphödem der oberen Ext- remität [1]. Andere Autoren berichten über eine weitaus höhere Prävalenz von bis zu 49% 20 Jahre nach der Behand- lung [2]. Neben psychischen Aspekten, wie einer reduzierten Lebensqualität bis hin zu Depressionen, spielen vor allem physische Einschränkungen eine wich- tige Rolle. Hier sind neben chronischen Schmerzen vor allem Missempfindun- gen, Kraftverlust und ödematöse Extre- mitäten zu nennen [3]. Obwohl die Krankheit als unheilbar gilt, kann eine adäquateTherapie den Progress deutlich verlangsamen. Die kombinierte physikalische Ent- stauungstherapie (KPE) hat sich dabei in den letzten Jahren als Basistherapie in der Behandlung des Lymphödems eta­ bliert [4]. Die Wirksamkeit dieses Kon- zepts wurde in mehreren klinischen Stu- dien nachgewiesen [5]. Die KPE ist je- doch nicht nur zeitintensiv, sondern auch bei einigen Patientinnen nicht aus- reichend, um eine klinische Verbesse- rung zu erzielen. Die Nachfrage nach al- ternativen oder ergänzenden Therapie- konzepten ist deshalb groß. Eine hier stetig an Popularität gewin- nende Therapieoption ist die Photobio- modulationstherapie (PBMT), früher auch als Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) bezeichnet [6]. Im Jahr 2014 wur- de hierfür von der North American Association for Laser Therapy (NAALT) und der World Association for Laser Therapy (WALT) eine neue Definition geschaffen: PBMT wird definiert als therapeutischer Einsatz von Licht, das von endogenen Chromophoren absor- biert wird und nicht thermale, nicht zy- totoxische biologische Reaktionen durch photochemische oder photophysikali- sche Ereignisse triggert, die zu physiolo- gischen Veränderungen führen [7]. Ziel dabei ist es, analgetische, entzündungs- hemmende und gewebsregenerative Ef- fekte zu erzielen. In mehreren klinischen Studien wur- de die PBMT bereits zur Behandlung von Lymphödemen der oberen Extremi- tät eingesetzt [8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15]. Dabei wurden teilweise beachtliche Er- folge erzielt. Omar et al. berichteten bei- spielsweise über eine Zunahme der Tab. 1: Behandlungsparameter Anzahl Behandlungstermine 8 Behandlungsfrequenz zweimal proWoche Behandlungsintervall 2 bis 3 Tage Anatomische Lokalisation Axilla Wellenlänge 830 nm Pulsparameter CW-Laser Diodenanzahl 16 Durchschnittliche Leistung einer Diode 40 mW Durchschnittliche Leistung aller Dioden 640 mW Behandlungsdauer in Sekunden 600 s Bestrahltes Hautareal pro Diode 4,9 cm² Bestrahltes Hautareal gesamt 78,54 cm² Durchschnittlich applizierte Energiedosis pro Diode 24 Joule Durchschnittlich applizierte Energiedosis total 384 Joule Leistungsdichte 8,14 mW/cm² Energiedichte 4,89 J/cm² 56 Schmerzmedizin 2018; 34 (4) DAGST Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie

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