Schmerzmedizin 5 / 2018

DAGST Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie Die DAGST e. V. ist eine originäre Schmerzgesellschaft und setzt sich seit ihrer Gründung 2002 ausschließlich für eine qualitativ hoch­ wertige Ausbildung in ganzheitlicher Schmerztherapie ein. Unsere Ziele: — Bessere Behandlung von Schmerz­ patienten durch ganzheitlichen Ansatz — Berufsbegleitende qualifizierte Schmerztherapie-Ausbildung mit Zertifikat zum Tätigkeitsschwerpunkt „Ganzheitliche Schmerzbehandlung“ — Interaktive Vorträge mit Beteiligung des Auditoriums und Demonstration von Behandlungsverfahren — Umsetzung der Ergebnisse aktueller Schmerzforschung in die Ausbildung und Therapie — Intensiver kollegialer Austausch sowie Bildung von interdisziplinären Netzwerken Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie e. V. 1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Sven Gottschling (Schriftleitung) 2. Vorsitzende: Birgit Scheytt Weitere Informationen: Fortbildungsbüro DAGST Amperstr. 20A 82296 Schöngeising Telefon: 08141 318276-0 Fax: 08141 318276-1 E-Mail: kontakt@dagst.de Redaktion: Christine Höppner E-Mail: ch@orgaplanung.de www.dagst.de Migräne und Co. Es tut sich etwas bei Kopfschmerzen Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Fachzeitschriften sind dieses Jahr voll von Beiträgen zum Thema „Kopf­ schmerzen“, auch in der letzten Ausgabe der „Schmerzmedizin“ konnten Sie eini­ ges darüber lesen. Und sogar die Boule­ vardpresse berichtete über „die Migräne­ impfung“… Ich freue mich darüber und möchte ein paar Aspekte aus der täglichen Pra­ xis der Kopfschmerzambulanz und der tagesklinischen Kopfschmerzprogram­ me weitergeben. Bei der steigenden Zahl sogar an Kin­ dern und Jugendlichen mit chronischen Kopfschmerzen kann das Thema meines Erachtens gar nicht breit genug darge­ stellt werden. Es sollte am besten sogar in die Lehrpläne aufgenommen werden, damit die Zahl der Menschen mit Kopf­ schmerzen, die sich über eine lange Selbstbehandlung in einen Medikamen­ tenübergebrauchs-Kopfschmerz („medi­ cation overuse headache“, MOH) hin­ einmanövrieren, künftig sinkt. Neue Leitlinien Für den MOH gibt es übrigens neue Be­ handlungsempfehlungen, die in der Leitlinie vom Frühjahr sehr schön dar­ gestellt werden. In diesem Jahr wurden ja gleich zwei Leitlinien bezüglich Kopf­ schmerztherapie aktualisiert und in eine sehr übersichtliche, gut verständliche und anwendbare Form gebracht – es lohnt sich, diese einmal nachzulesen! Angesichts der breiten Berichterstat­ tung über die CGRP-Hemmer fragen in der Kopfschmerzsprechstunde immer mehr Patienten nach dieser Behandlung. Natürlich spielt die Darstellung in den Medien dabei eine Rolle, und es gibt ei­ nige, die euphorisch denken: „Endlich kann mir etwas helfen“. Wie auch in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift in mehreren Artikeln berichtet, wurde mit den Antikörpern gegen CGRP-Rezepto­ ren nun als Prophylaxe erstmals etwas spezifisch für die Migräne entwickelt und das hat durchaus auch psycholo­ gisch einen Effekt: Die Patienten fühlen sich mit ihrer Erkrankung stärker wahr­ genommen. Ein weiterer Bonus für die Zustimmung zu so einer doch invasive­ ren Behandlung ist natürlich, dass sie nicht täglich durchgeführt werden muss. Denn ein Punkt, der bei einer oralen Prophylaxe meistens intensiv diskutiert werden muss, ist, warum eine vermeint­ lich anfallsartige Erkrankung einer täg­ lichen Medikation bedarf… In der aktuellen Leitlinie zur Migrä­ neprophylaxe wurden die neuen Medi­ kamente noch nicht mit einbezogen, da sie zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht zugelassen waren. Aber die dafür bisher vorliegenden Daten zeigen, dass es wie für die bisherigen Medika­ mente wichtig ist, den Patienten zu ver­ mitteln, dass realistisch nur eine An­ fallsreduktion um etwa 50% erwartet werden kann. „Die neue Leitlinie propagiert erfreulicher- weise die Kombination von medikamentösen mit nicht medikamen- tösen Maßnahmen.“ Birgit Scheytt 2. Vorsitzende DAGST e.V. Fachärztin für Neurologie, Zusatzbe­ zeichnung spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Akupunktur  58 Schmerzmedizin 2018; 34 (5)

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