Schmerzmedizin 3 / 2019

Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase Neuigkeiten aus dem Altenheim Das Hospiz- und Palliativgesetz soll die palliativmedizinische Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen verbessern. Eine vorausschauende Behandlungsplanung soll die letzte Lebensphase des Patienten leichter machen. Um die erforderlichen Maßnahmen korrekt umzusetzen, bedarf es unter anderem einer engen Vernetzung der zuständigen Einrichtungen und qualitativ hochwertiger Patientenaufklärung. P alliativmedizinsche Versorgung in vollstationären Pflegeeinrichtun- gen bindet inzwischen circa ein Drittel unserer ambulanten palliativ- medizinischen Ressourcen. Anders he- rum gesagt, profitiert ein Drittel der Pa- tienten in ambulanten palliativmedizi- nischen Versorgungsstrukturen von auch längerfristiger palliativer Betreu- ung, und das nicht nur im Sinne der palliativmedizinischen Behandlung, sondern auch durch frühzeitige Bera- tung und Begleitung der Angehörigen sowie des Personals in den Einrichtun- gen. Im Sinne einer vorausschauenden gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase („advance care planning“) können Pflegeeinrich- tungen unnötige Krankenhausaufent- halte vermeiden und erreichen dies durch verlässliche 24-stündige Erreich- barkeit palliativmedizinischer und pal- liativpflegerischer Expertise auch im- mer besser. Auch die Indikationsstellung für die künstliche Zufuhr von Nahrung und Flüssigkeit wird in einer Kooperation aus Haus-, Heim- und Palliativärzten patientenorientierter entschieden. Zu- dem haben immer mehr Palliativmedi- zinische Konsiliardienste (PKD) die Notfallbox eingeführt, also das Bereit- stellen kleiner Mengen definierter Medi- kamente zur Symptombehandlung vor Ort, was zu einer verbesserten Versor- gung beigetragen hat. Gesetzliche Vorgaben für eine bessere Palliativversorgung In dem am 8. Dezember 2015 in Kraft getretenen Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) wurde die Verbesserung der pal- liativmedizinischen Versorgung in sta- tionären Pflegeeinrichtungen und Ein- richtungen der Eingliederungshilfe for- muliert. Eine Umsetzung erfahren die beschlossenen Maßnahmen mit den ab 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Vereinbarungen nach §132G Absatz 3 SGB V über Inhalte und Anforderungen der gesundheitlichen Versorgungspla- nung für die letzte Lebensphase. Inhalt der gesundheitlichen Versor- gungsplanung in der letzten Lebenspha- se ist ein individuell auf den Leistungs- berechtigten zugeschnittenes aufsuchen- des Beratungsangebot zur medizinisch/ pflegerischen, psychosozialen und/oder seelsorgerischen Versorgung. Die Etab- lierung der gesundheitlichen Versor- gungsplanung in der letzten Lebenspha- se in zugelassenen vollstationären Pfle- geeinrichtungen im Sinne des §43 SGB sowie in Einrichtungen der Eingliede- rungshilfe für Menschen mit Behinde- rung nach §75 Absatz 1 SGB setzt einen Entwicklungsprozess in diesen Einrich- tungen mit Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen in Gang. Patienten und ihren An- oder Zugehö- rigen und/oder rechtlichen Betreuern sollen (auf freiwilliger Basis) medizi- nisch/pflegerische Abläufe, Ausmaß, In- Unsere Ziele sind: — Qualitätsindikatoren in der ambulan- ten Palliativmedizin zu definieren und weiterzuentwickeln, — Betroffene und Angehörige über die Möglichkeiten einer fachgerechten palliativmedizinischen Versorgung zu informieren, — die Diskussion über ethische und rechtliche Fragestellungen am Lebensende anzustoßen und zu vertiefen, — ein langfristiger Kulturwandel im Umgang mit Tod und Sterben. Berufsverband der Palliativmediziner in Westfalen-Lippe e.V. Geschäftsstelle: Sabine Schäfer Dieckmannstraße 200 48161 Münster Tel. 02 51 / 5308-9960 E-Mail: info@bv-palliativmediziner.de Öffentlichkeitsarbeit: PD Dr. med. Eberhard A. Lux Klinik für Schmerz- und Palliativmedizin am Klinikum St.-Marien-Hospital Lünen Telefon: 02306 77-2920 Fax: 02306 77-2921 E-Mail: drlux@web.de www.bv-palliativmediziner.de Berufsverband der Palliativmediziner 60 Schmerzmedizin 2019; 35 (3) in Westfalen-Lippe e.V.

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