Schmerzmedizin 3 / 2019

tensität, Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Interventionen sowie die palliativmedizinischer/palliativpflegeri- scher Maßnahmen in der letzten Le- bensphase vorgestellt werden. Der Wille der Leistungsberechtigten ist zu ermit- teln und zu dokumentieren. Inhalt der gesundheitlichen Versorgungsplanung ist neben Beratung auch die interne und externe Vernetzung. Die Beratung umfasst Beratungsge- spräche, Fallbesprechungen sowie die Dokumentation des Beratungsprozesses, einschließlich der Willensäußerung der Betroffenen. Zur Sicherstellung der ge- sundheitlichen Versorgungsplanung sind mehrere Varianten möglich: 1. Durchführung durch das qualifizier- te, weitergebildete eigene Personal der Einrichtung 2. Durchführung durch qualifiziertes weitergebildetes Personal des Ein- richtungsträgers 3. Durchführung/Kooperation mit ex- ternen, weitergebildeten regionalen Anbietern Definierte Anforderungen an die Berater Die Berater der Einrichtungen sollen sich regelmäßig mit den regionalen Leis- tungserbringern treffen (z. B. runde Ti- sche) oder an Treffen vorhandener regi- onaler Netzwerke – etwa Palliativnetz- werke, Hospiznetzwerke, kommunale Netzwerke – teilnehmen. Die Anforde- rung an die Qualifikation der Berater ist im §132G SGB V definiert: Neben der fachlichen Kompetenz (medizinisch/ pflegerische Care, einschließlich pallia- tive Care sowie Kenntnisse im sozialen Betreuungsrecht, psychische, soziale, ethische und kulturelle Kenntnisse zu Alter und Sterben) ist kommunikative Kompetenz, insbesondere in Gesprächs- führung und Beratungshaltung gefor- dert. Die Berater müssen über eine Grundqualifikation in Form einer abge- schlossenen Berufsausbildung im Be- reich Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege beziehungsweise Heilpäda- gogik oder als Erzieher verfügen oder ei- nen Studienabschluss im Bereich der Ge- sundheits- und Pflege-, der Geistes- oder Erziehungswissenschaften haben sowie dreijährige, für die gesundheitliche Ver- sorgungsplanung relevante Berufserfah- rung innerhalb der letzten acht Jahre. Die von Beratern geforderte zusätzli- che Kompetenz im Rahmen einer Wei- terbildung zum Berater der gesundheit- lichen Versorgungsplanung für die letz- te Lebensphase gemäß §132G SGB V ist mit 48 theoretischen und 12 praktischen Unterrichtseinheiten angesetzt. Die be- troffenen Einrichtungen treffen bei vor- liegenden Voraussetzungen mit den Landesverbänden der Krankenkassen Vergütungsvereinbarungen zu Personal- kosten plus einen Anteil von 15% als Pauschalersatz für Sach-, Overhead- und Regiekosten. Für Personalkosten der Be- rater ist pro 50 Leistungsberechtigten in der Einrichtung ein Anteil von einer achtel Stelle festgelegt. Aus den Strukturen unserer PKD soll- ten wir die Umsetzung eines umfassen- den Beratungsangebotes und der Ver- netzung der Einrichtung nach Innen und Außen unterstützen. Dabei ist es durchaus denkbar, dass unsere Koordi- natoren und wir Ärzte selbst als Berater tätig werden. Ist es etwa nicht sinnvoll zu überlegen, ob im Rahmen des Erstbe- suches unserer Koordinatoren im Ein- zelfall Aufgaben der Versorgungspla- nung übernommen werden können? Und Vorträge, die einzelne von uns im- mer wieder in den Einrichtungen halten, könnten in die strukturellen Planungen der Einrichtung aufgenommen werden. Die Anregung zum Rundtischgespräch zwischen Einrichtung, Hausarzt, Pallia- tivarzt, formuliert im HPG, ist sehr zu begrüßen, stößt aber sicher an die Gren- zen des Zumutbaren. Allein die Vergü- tung ist ein Hohn. Ich denke, man wird in den nächsten Jahren dennoch von manch interessanter Lösung hören. Veränderungen realisiert man nicht über Nacht, es braucht weiterhin viel Kraft und einen langen Atem. Aber Schritt für Schritt komplettieren sich die palliativmedizinischen Angebote und wir dürfen diese mitgestalten. PD Dr. med. Eberhard A. Lux, Lünen, und Ute Pelzer, Xanten Die seit 1. Januar 2018 geltenden Maßnahmen regeln, was Pflegeeinrichtungen zur gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase berücksichtigen müssen. ©© Halfpoint / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodellen) Schmerzmedizin 2019; 35 (3) 61

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