Schmerzmedizin 6 / 2018

Der interessante Fall Schwerwiegende Symptome bei Durchführung einer Kaudalblockade Bei der Durchführung einer Kaudalblockade traten im Moment der Injektion schwerwiegende Symptome wie eine pelzige Zunge, Dysästhesien und Verwirrtheit bei exzessivem Blutdruckanstieg auf. Was steckte dahinter? E in 59-jähriger Patient kommt seit mehr als sechs Jahren regelmäßig etwa alle zwei Wochen in die Pra- xis, um alternierend eine Kaudalblocka- de sowie eine Akupunkturbehandlung durchführen zu lassen. Bei dem chroni- schen Schmerzpatienten bestehen fol- gende Diagnosen: — Lumboischialgie seit mehr als 30 Jahren — Polyneuropathie unklarer Genese seit mehr als zehn Jahren — Cervicobrachialgie seit mehr als 30 Jahren — Kombinationskopfschmerz, ebenfalls seit mehr als 30 Jahren — Rezidivierende Occipitalis-Neural­ gien — Arzneimittelabusus, mit Analgetika- induziertem Kopfschmerz — Nikotinabusus Wegen der seit Jahrzehnten bestehenden Lumboischialgie wird in ungefähr vier- wöchentlichem Abstand eine Kaudal­ blockade durchgeführt. Die alternie- rend erfolgende Akupunkturbehand- lung und eine Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) sowie Infu- sionen mit B-Vitaminen plus Lidocain reichen zur Schmerzlinderung nicht aus. Schmerzmittel möchte der Patient nicht regelmäßig einnehmen, auch wegen der Neigung zum Analgetika­ abusus. Als Bedarfsmedikation bei Kopfschmerzen nimmt er Etoricoxib 90 mg oder Frovatriptan ein. Die rezidivie- rend auftretenden Neuralgien der Nn. occipitales können jeweils mit Injektio- nen von Bupivacain 0,25% plus Triam- cinolon an die Austrittsstellen gut be- herrscht werden. Die Kaudalblockade Beginn der Blockade um 10:15 Uhr. Zu- nächst Infusion von 500 ml NaCl mit Vi- tamin B1, B6 und B12, Magnesium und Lidocain 1 mg/kg KG. Der Kaudalblock unter Druck wird mit 30 ml Ropivacain 0,25% plus 100 mg Tramadol sowie 40 mg Triamcinolon durchgeführt. Zuerst erfolgt lege artis die Injektion einer Probedosis, um eine etwaige in- trathekale beziehungsweise intravasale Gabe frühzeitig erkennen zu können. Im Moment der Injektion der periduralen ©© Stephan Morrosch / fotolia.com 60 Schmerzmedizin 2018; 34 (6) DAGST Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie

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