Schmerzmedizin 3 / 2019

Patientenbroschüre klärt über Behandlung mit Tapentadol auf Eine neue Patientenbroschüre unter- stützt Verordner bei der Verschreibung des stark wirksamen und gut verträgli- chen Analgetikums Tapentadol ( retard). Ergänzend zum Arztgespräch bietet sie alle Informationen rund um die Behandlung starker chronischer Schmerzen mit Tapentadol retard. Darüber hinaus erfahren Patienten Wissenswertes zum sanften Therapie- start, zur Dosierung sowie Hinweise zur Fahrtüchtigkeit. Im „Wohlfühl-Tagebuch“ können die Patienten die Dosierung und ihr Allgemeinbefinden in den ersten Tagen nach Therapiestart dokumentie- ren. Die Notizen können auch für den behandelnden Arzt zur Überprüfung der Therapie hilfreich sein. Im Rahmen der Behandlung kann der Arzt die 20-seitige Broschüre direkt an seinen Patienten weitergeben. Bezogen werden kann sie über: bestellung@eickhoff-kommunikation.de. red Nach Informationen von Grünenthal Direkter Vergleich zwischen Erenumab und Topiramat Mitte April hat Novartis den Start der doppelblinden, randomisierten Multi- center-head-to-head-Studie HER-MES (NCT03828539) zur Untersuchung der Verträglichkeit und Wirksamkeit von Erenumab ( ®) gegenüber Topiramat bekannt gegeben. Teilnehmen können ab sofort Patienten mit episodischer Migräne (4–14 Tage pro Monat), die entweder therapienaiv sind oder bereits bis zu drei verschiedene Mi- gräneprophylaxen angewendet haben. Von der Studie ausgeschlossen sind Pati- enten, die bereits Topiramat, Valproat oder Onabotulinumtoxin A zur Behand- lung ihrer Migräne erhalten hatten. Der primäre Studienendpunkt ist der Therapieabbruch aufgrund von Neben- wirkungen; sekundärer Endpunkt der Anteil der Patienten mit Reduktion der monatlichen Migränetage um 50%. Ärzte und potenzielle Studienteilnehmer erhalten Informationen unter www.hermes.novartis.de sowie unter der kostenfreien Rufnummer 0800 843 66 33. red Nach Informationen von Novartis oder in den frühen Morgenstunden auftre- ten, dauern etwa 15–180 Minuten an. Bei der episodischen Verlaufsform können die Atta- ckenmit einer Frequenz von einmal alle zwei Tage bis zu acht Mal täglich vorkommen. Eine primär episodische Form kann in eine chronische Verlaufsform übergehen, bei der extreme Schmerzattacken nahezu täglich auftreten. Clusterkopfschmerzen werden akut mit Sauerstoff oder Triptanen behandelt. Zur schnellen Attackenkupierung wird bei Pati- enten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren subkutanes Sumatriptan als Mittel der ers- ten Wahl eingesetzt, zum Beispiel der Inject 6 mg im Einmal-Fertigpen. Die Prophylaxe erfolgt beim Clusterkopfschmerz mit Verapamil, Lithium oder Topiramat, vorrübergehend kommen Kortison und Occipitalisblockaden zum Einsatz, fasste Gaul zusammen [May A et al. Nervenheilkunde 2016,35:137-51]. Dagmar Jäger-Becker Symposium: „Gender Medizin primärer Kopf- schmerzen – gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede? Was ist bei der Therapie zu beachten?“, Deutscher Schmerzkongress, Mannheim, 18.10.2018; Veranstalter: Hormosan Cannabis als Alternative bei chronischen Schmerzen? — — „Die bisherigen klinischen Erfahrungen sprechen dafür, medizinischem Cannabis und Cannabis-basierten Produkten einen festen Platz in der Schmerztherapie einzu- räumen – vielleicht nicht als First-Line-The- rapie aber zumindest in ausgewählten Fäl- len“, erklärte Dr. Patric Bialas, Fachbereich Schmerzmedizin, Uniklinik Homburg/Saar, auf einem Symposium, unterstützt durch die Firma Spektrum Cannabis, nun Canopy Growth Germany. Beispielhaft berichtete er vonMenschenmit chronischen neuropathischen Schmerzen oder chronischer Migräne, die trotz des Ausschöpfens des gesamten Spektrums zugelassener und empfohlener medika- mentöser sowie nicht medikamentöser Therapien keine nennenswerte Besserung ihrer Beschwerden erfahren hatten. Solche Leidensgeschichten konnte Bialas in einigen Fällen durch eine Behandlungmit medizini- schem Cannabis beenden, oft mit erstaun- lich geringen Dosen und ohne einen Hin- weis auf zunehmende Toleranz oder Abhän- gigkeit. Zwar würde er in erster Linie eine orale Applikation verordnen, etwa hoch dosierte Cannabidiol-Tropfen, in einigen Fällen habe er aber auch mit inhalativ über einen Vaporisator applizierten Cannabisblü- ten sehr gute Erfahrungen gemacht. Die besondere Pharmakokinetik bei Inhala- tion − mit einem schnellen Anfluten, einem kurzen, sehr hohen Wirkstoffpeak und kurz danach einem raschen Abklingen der Wir- kung − sehen viele Schmerztherapeuten kritisch, unter anderem weil sie eine schlechtere Steuerbarkeit und vermehrt dosisabhängige Nebenwirkungen befürch- ten als bei oraler Applikation. Aufgrund seiner Erfahrungen mit der inhalativen Ap- plikation hält es Bialas aber für denkbar, dass gerade diese pharmakokinetischen Besonderheiten zu einer hoch wirksamen Modulation der Schmerzverarbeitung bei- tragen könnten. Bevor diese Hypothese nicht durch geeignete Studien bestätigt oder widerlegt werde, plädiert er dafür, das gesamte Spektrum an Zubereitungs- und Applikationsformen verfügbar zu halten. Gleichzeitig warnt der Schmerztherapeut auch vor einer unbedachten Verordnung solcher Produkte: Er rede hier wohl bemerkt über chronische, therapieresistente Erkran- kungen, bei denen er über Jahre eine tragfähige Beziehung zu den Betroffenen aufgebaut und auch die psychosoziale Di- mension der Erkrankung ausreichend ex- ploriert habe. Ausführliche Informationen über die potenziellen Risiken der Behand- lung und eine schriftlich dokumentierte Aufklärung des Behandelten über die ein- geschränkte Fahrtauglichkeit unter Canna- bis sowie ein Patientenausweis seien zu- dem unerlässlich. Dr. Thomas Heim Symposium „Einstieg in die Schmerztherapie mit medizinischem Cannabis – zwei Per­ spektiven“, Deutscher Schmerz- und Palliativ- tag, Frankfurt am Main, 9.3.2019; Veranstalter: Spektrum Cannabis GmbH, nun Canopy Growth Germany GmbH Schmerzmedizin 2019; 35 (3) 65

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