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Opioide richtig einsetzen

Behandlung des

Tumordurchbruchschmerzes

Eberhard A. Lux, Lünen

Ein Großteil der Tumorpatienten leidet im Laufe der Erkrankung unter akut auftretenden heftigen Tumor-

durchbruchschmerzen. Diese sollten frühzeitig erkannt und gezielt behandelt werden, vor allem im Hinblick

auf die bestmögliche Erhaltung der Lebensqualität des Patienten.

F

ür viele Hospizinitiativen ist der Satz „Beim unheilbar

Krebskranken, dessen Dasein von chronischen Schmer-

zen überschattet ist, geht es nicht mehr darum, dem be-

grenzten Leben Zeit zu geben, sondern alles daran zu setzen,

der begrenzten Zeit Leben zu geben“ von Cicely Saunders zum

Leitgedanken geworden. Wir haben diesen in „Dem Leben

mehr gute Tage geben“ weiterentwickelt. Will man beiden Leit-

gedanken Rechnung tragen, muss für alle an der Behandlung

dieser Patienten Beteiligten das frühzeitige Erkennen und die

umfassende Einschätzung und Behandlung von Schmerzen ei-

nen zentralen Platz einnehmen.

Den Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte folgend, bildet das

Stellen einer Schmerzdiagnose die Grundlage der effektiven

Behandlung. Zu unterscheiden ist der nozizeptive, stechende,

drückende und ziehende Schmerz vom neuropathischen

Schmerz, der sich brennend, einschießend und kribbelnd äu-

ßert, sowie dysfunktionale Schmerzen, die eine affektive

Schmerzbeschreibung in einer Diskrepanz von Befund und Be-

findlichkeit darstellen, da sich die medikamentösen Behand-

lungsstrategien der einzelnen Schmerzentitäten deutlich un-

terscheiden. Sind bei nozizeptiven Schmerzen Nichtopioide

und Opioide Mittel der Wahl, so sind es bei neuropathischen

Kurzwirksame

Opioide können

Tumordurchbruch-

schmerzen effektiv

lindern.

©© prudkov / Fotolia

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Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

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