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Chinesische Medizin

Akupunktur bei der perioperativen

Schmerztherapie

Eberhard Albert Lux

Akupunktur ist gerade in der Schmerzmedizin eine häufig diskutierte

Methode. Auch im perioperativen Zeitraum kann die Stimulation von

Akupunkturpunkten die Schmerzen und die Angst der Patienten

verringern.

D

ie Akupunkturbehandlung mit

ihren vielfältigen Facetten ist Ge-

genstand vieler Publikationen

und kontroverser Diskussionen. Traditi-

onelle chinesische Medizin erklärt Er-

krankungen und Symptome als Ergebnis

eines gestörten Energieflusses, des Qi.

Ein Gleichsetzen der Akupunktur mit

der chinesischen Medizin ist sicher un-

vollständig. Denn dazu gehören neben

der Akupunktur auch die Anwendung

chinesischer Arzneimittel, die Ernäh-

rungslehre und -therapie sowie Massage-

techniken und Bewegungstherapien. Au-

ßer dem Einstechen von Nadeln in die

Akupunkturpunkte ist die Reizung der-

selben durch Erwärmung (Moxibustion),

Massage (Tuina) und Akupressur mög-

lich. In verschiedenen Studien wurde die

Freisetzung von Endorphinen nach peri-

pherer Stimulation von Akupunktur-

punkten gezeigt [1]. Die Tatsache, dass in

der Umgebung des genadelten Akupunk-

turpunktes vermehrt Adenosin auftritt,

harrt noch einer Erklärung. Auch eine

lokale Reizung mit rotem oder infra­

rotem Licht (Laserakupunktur) oder die

Injektionsakupunktur sind bekannte

Akupunkturmethoden. Es liegen diverse

Studien mit unterschiedlichen, teils wi-

dersprüchlichen Ergebnissen vor. Die

Wirkweise der Akupunktur ist bis heute

nicht aufgeklärt. Vielleicht sollten die in

der chinesischen Akupunktur beschrie-

benen Meridiane mit den definierten

Akupunkturpunkten deshalb eher als

Fantasiegebilde eingeschätzt werden.

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Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

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