Previous Page  23 / 62 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 23 / 62 Next Page
Page Background

Clusterkopfschmerz

Neuromodulation des

Ganglion sphenopalatinum

Andreas Böger, Hendrik Terheyden, Kassel

Clusterkopfschmerzen gehören zu den trigeminoautonomen Kopfschmerzen, bei denen Patienten akut

unter sehr starken, einseitigen Schmerzen und anderen belastenden Begleiterscheinungen leiden.

Eine vielversprechende Therapieoption für Patienten, die auf konservative Behandlungen nicht ansprechen,

ist die Neuromodulation des Ganglion sphenopalatinum.

D

er Clusterkopfschmerz ist eine

neurologische Erkrankung, die

mit schwersten Schmerzattacken

und hohem Leidensdruck für die Be­

troffenen einhergeht. Schätzungsweise

120.000 Menschen in Deutschland sind

davon betroffen. Bei Patienten, bei denen

die Schmerzattacken konservativ nicht

ausreichend beherrschbar sind, ist die

Stimulation des Ganglion sphenopalati­

num eine vielversprechende Methode

der Therapieoptimierung. Eine interdis­

ziplinäre Zusammenarbeit zwischen

Neurologen beziehungsweise Schmerz­

therapeuten und Kieferchirurgen im

Rahmen eines klinischen Behandlungs­

pfades ist für diese Methode unerlässlich.

Clusterkopfschmerz als primärer

Kopfschmerz

Man unterscheidet nach der Klassifika­

tion der International Headache Society

primäre und sekundäre Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen, bei denen der

Kopfschmerz die eigentliche Krankheit

ist und keine andere Ursache vorliegt, ge­

hören zu den häufigsten Erkrankungen

mit einer starken Beeinträchtigung der

Lebensqualität. Die Gesamtprävalenz

von Kopfschmerzerkrankungen in der

Bevölkerung liegt bei 46%. Den größten

Anteil stellt dabei die Migräne mit einer

Prävalenz von etwa 11% dar [1]. Cluster­

kopfschmerzen bilden einen deutlichen

kleineren Anteil, so wird die 12-Mo­

natsprävalenz des Clusterkopfschmerzes

in der epidemiologischen Studie der

Deutschen Migräne- und Kopfschmerz©© Stockbyte / Getty Images

Eine Clusterattacke setzt

betroffene Patienten bis zu 45

Minuten außer Gefecht.

Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

27

For tbildung