Previous Page  28 / 62 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 28 / 62 Next Page
Page Background

Supplementation

Vitamin C beim chronischen

nicht spezifischen Kreuzschmerz

Olaf Buchbinder, Geldern; Geert-Jan van Geffen, Nijmegen/Niederlande; Hagen Maxeiner, Gießen; Gert Jan Scheffer, Nijmegen;

Jörg Mühling, Nijmegen

Millionen Menschen leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Allerdings sind der Therapie von

chronischem nicht spezifischem Kreuzschmerz Grenzen gesetzt. Gerade die Wirkung einer medikamentösen

Behandlung ist nicht selten unzureichend. Eine Supplementation mit Vitamin C kann sich lindernd auf den

Schmerz auswirken.

K

reuzschmerzen gehören zu den am

häufigsten angegebenen Schmer-

zen und verursachen allein in

Deutschland direkte Kosten in Höhe

von geschätzten 8,4 Milliarden Euro pro

Jahr. Die indirekten Kosten sind aller-

dings um ein Vielfaches höher. Gemäß

Untersuchungen des Helmholtz-Zent-

rums München rufen Rückenschmerzen

in Deutschland Kosten in Höhe von 48,9

Milliarden Euro hervor. Nach internati-

onalen Schätzungen entfallen rund 85%

der Gesamtkosten auf den durch Arbeits-

und Erwerbsunfähigkeit entstehenden

Produktivitätsausfall, nur rund 15%

entstehen im Rahmen der medizini-

schen Behandlung. Betrachtet man die

Kosten, die pro Rückenschmerzpatient

aufgewendet werden, liegen diese bei

durchschnittlich 2.456 Euro pro Jahr.

Diese Angaben bestätigen frühere Be-

funde der AOK aus dem Jahr 2002: 18%

aller Ausfalltage (pro Mitglied 3,4 Tage

pro Jahr) werden durch Rückenschmer-

zen verursacht [1, 2].

Doch nicht nur die akuten volkswirt-

schaftlichen Auswirkungen sind im-

mens, sondern auch die langfristigen

Folgen: Kreuzschmerz führt seit Jahren

die Statistiken der Anlässe für Arbeits-

unfähigkeit und medizinische Rehabili-

tation an und nach psychischen Störun-

gen und Tumorerkrankungen rangieren

Rückenschmerzen auf Platz drei der

wichtigsten Ursachen einer Frühberen-

tung in Deutschland. Ungefähr ein Vier-

tel der gesamten Prävalenz bezieht sich

hier auf den chronischen, kontinuierli-

chen Kreuzschmerz. In verschiedenen

Studien zeigt sich eine Abnahme der

Erkrankungshäufigkeit zwischen der

sechsten und siebten Lebensdekade. Im

Durchschnitt berichten die betroffenen

Patienten aber über eine teils jahre- oder

sogar jahrzehntelange Erkrankungsdau-

er, oft in Form von multiplen, rekurrie-

renden Episoden, wobei Frauen häufiger

betroffen sind als Männer [1, 2, 3].

Die Tatsache, dass in Deutschland im

Rahmen der Behandlung von chroni-

schen Kreuzschmerzen verschiedenste

Fachgruppen und Fachgesellschaften in-

volviert sind, begründet vor allem die

Vielfalt, leider aber auch die Unüber-

sichtlichkeit und Uneinheitlichkeit der

Behandlungsideen undTherapieansätze.

Allgemeiner Konsens besteht allerdings

©© sassyphotos / Fotolia

32

Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

For tbildung