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Die DAGST e. V.

ist eine originäre Schmerzgesellschaft

und setzt sich seit ihrer Gründung 2002

ausschließlich für eine qualitativ hoch­

wertige Ausbildung in ganzheitlicher

Schmerztherapie ein.

Unsere Ziele:

Bessere Behandlung von Schmerz­

patienten durch ganzheitlichen

Ansatz

Berufsbegleitende qualifizierte

Schmerztherapie-Ausbildung mit

Zertifikat zum Tätigkeitsschwerpunkt

„Ganzheitliche Schmerzbehandlung“

Interaktive Vorträge mit Beteiligung

des Auditoriums und Demonstration

von Behandlungsverfahren

Umsetzung der Ergebnisse aktueller

Schmerzforschung in die Ausbildung

und Therapie

Intensiver kollegialer Austausch

sowie Bildung von interdisziplinären

Netzwerken

Deutsche Akademie für ganzheitliche

Schmerztherapie e. V.

1. Vorsitzender Dr. med. Ludwig Distler

2. Vorsitzender Prof. Dr. med.

Sven Gottschling (Schriftleitung)

Weitere Informationen:

Fortbildungsbüro DAGST

Amperstr. 20A

82296 Schöngeising

Telefon: 08141 355530-20

Fax: 08141 355530-27

E-Mail:

kontakt@dagst.de

Redaktion:

Christine Höppner

E-Mail:

ch@orgaplanung.de www.dagst.de

DAGST

Deutsche Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie

Craniomandibuläre Dysfunktionen

Unterschätzte Problematik

in der Schmerztherapie

Schmerzen können durch Funktionsstörungen im stomatognathen

System bedingt sein. Craniomandibuläre Dysfunktionen behandelt

man am besten interdisziplinär und multiprofessionell unter Berück-

sichtigung ganzheitlich-systemischer Zusammenhänge.

D

ie physiolgischen Bewegungs-

muster im dentognathofazialen

System sind in ihrer Komplexizi-

tät und Präzision kaum zu überbieten.

Die bewusst und/oder unbewusst ablau-

fenden Funktionsketten in diesem Be-

reich sind essenziell für die Aufrechter-

haltung einer möglichst optimalen Or-

thostase des Organismus (Atmung, Er-

nährung) sowie für die soziokommuni-

kative Interaktion mit der Umgebung

(Sprechen, Mimik oder Sexualität). Zwar

ist bekannt, dass Fehlfunktionen zu ent-

sprechenden Störungen bis hin zum

Ausfall einzelner oder komplexer Abläu-

fe sowie zu lokalen Schmerzen vor allem

in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkun-

de zugeordneten Gebieten führen kön-

nen. Weniger offensichtlich sind jedoch

die ganzheitlich-systemischen Auswir-

kungen solcher Dysfunktionen auf den

gesamten Organismus und dies sowohl

auf der somatischen als auch auf der

psychoemotionalen Ebene.

Sensibler Regelkreis

Um die Gesamtheit aller physiologi-

schen Funktionen des orofazialen Be-

reichs zu gewährleisten, sind zahlreiche

optimal funktionierende und aufeinan-

der abgestimmte Gewebekomponenten

erforderlich. Dazu zählen neben den

Zähnen mit ihren Okklusionsflächen,

die Parodontien, die Kaumuskeln, aber

auch die supra- und infrahyoidale Mus-

kulatur einschließlich des Mundbodens.

Außerdem gehören Hals- und Nacken-

muskulatur, die Zunge, die Kiefergelen-

ke, die Mundschleimhäute, die Schädel-

knochen (insbesondere die Maxilla und

Mandibula), die Speicheldrüsen, die mi-

mische Muskulatur, verschiedene Ner-

ven (Nervus trigeminus, N. facialis, N.

glossopharyngeus, N. hypoglossus) mit

ihren propriorezeptiven Strukturen und

das zentrale Nervensystem dazu. Diese

Komponenten interagieren regelkreis­

artig miteinander (

Abb. 1

). Auf diese

Weise können bereits kleinste Irritatio-

nen in einer der systemrelevanten Kom-

ponenten registriert und ausgeglichen

werden. In der Initialphase treten dabei

in den allermeisten Fällen noch keine

vom Patienten nachhaltig spürbaren

Symptome auf, da das System eine hohe

Kapazität zur Adaptation und Kompen-

sation von Störungen aufweist.

Eine ganz besondere Bedeutung

kommt dem orofazialen System unter

Berücksichtigung ganzheitlich-systemi-

scher Aspekte zu. Es ist unter posturalen

Gesichtspunkten an der statisch korrek-

ten Ausrichtung des Haltungs-, Stütz-

Abb. 1

: Das stomatognathe System als

kybernetischer Regelkreis

Kiefergelenk

Neuronale Steuerung

Muskulatur

Zähne

Parodont

©© DAGST e.V.