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Auf Grund myofaszialer Verkettungen

sind Auswirkungen auch in alle anderen

Bereiche des Organismus möglich.

Nächtliche Dysfunktionen

Verstärkt werden diese Folgeerscheinun-

gen immer dann, wenn über die physio-

logische und normale Belastung hinaus

auch noch Parafunktionen ausgeführt

werden. Dazu zählen neben dem Knir-

schen mit den Zähnen (Bruxismus) auch

das Pressen der Zähne gegeneinander,

vonWeichteilen wie Wange, Lippen oder

Zunge gegen die Zahnreihen, das Weich-

teileinsaugen oder -aufbeißen. Häufig

werden diese Dysfunktionen nachts im

Schlaf unbewusst mit exzessiver Kraft

durchgeführt, welche weit über den phy-

siologisch wirksamen Belastungen liegt.

Oftmals werden aber auch tagsüber Ge-

wohnheiten angenommen, die über eine

rein physiologische Nutzung des stoma-

tognathen Systems hinausgehen, wie das

Halten von Werkzeugen und Nägeln,

Herumbeißen auf Gegenständen wie

etwa Schreibstiften oder Fingernägeln

oder das Öffnen von Flaschen. Die Cau-

sa für nächtliche Parafunktionen kann

einerseits im somatischen Bereich liegen.

So kann man sich gut vorstellen, dass

der Organismus im Unbewussten regis-

triert, dass die HIP und damit die Lage

des Unterkiefers zum Oberkiefer nicht

stimmt, und er dann versucht, die stö-

renden Stellen durch das Aufeinander-

reiben von störenden Interaktionsflä-

chen der Zähne zu eliminieren. Unter

Berücksichtigung der Tatsache, dass der

Zahnschmelz als härteste Substanz des

Körpers kaum nachgibt und viele zahn-

ärztliche restaurative Materialien die

Zahnschmelzhärte sogar noch übertref-

fen (z.B. Keramikmassen), wird dies nur

unzureichend gelingen. Die entstehen-

den Kraftspitzen müssen in irgendeinem

der systemrelevanten Gewebe kompen-

siert werden. Andererseits spielen psy-

choemotionale Aspekte eine fast noch

größere Rolle. Viele Menschen verwen-

den ihr Kausystem zumVerarbeiten von

Tageseindrücken und ungelösten Prob-

lemen. Im Sprachjargon verwendete

Ausdrücke spiegeln derartige Zusam-

menhänge nur allzu gut wider: „Sich die

Zähne an etwas oder jemandem ausbei-

ßen“, an einem Problem „zu knabbern“

haben, sich „in etwas verbeißen“.

Behandlung durch Entlastung

Mögliche therapeutische Maßnahmen

sind vielschichtig, orientieren sich an

der Art und Intensität möglicher Sym­

ptome und Beschwerden und folgen ei-

nem Stufenplan (

Abb. 4

). Sie sollten in

jedem Fall ganzheitlich-systemisch aus-

gerichtet werden. In erster Linie geht es

um die Entlastung des Systems, insbe-

sondere bei akuten Problemen und

nachfolgend um die Eliminierung soma-

tischer, aber auch psychoemotionaler

Ursachen. Von zahnärztlicher Seite aus

steht die Verwendung von Aufbissbehel-

Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

53

Eigenschaften und gezielte Anwendung

von Implantaten für die Halswirbelsäule

Diskusprothesen, Cages, Wirbelkörperersatz

Welches Implantat lässt in welcher Situation die

besten Behandlungsergebnisse erwarten?

Stefan Alexander König; Uwe Spetzger

Degenerative Erkrankungen

der Halswirbelsäule

Therapeutisches Management im

subaxialen Abschnitt

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