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Schmerzmittel im Bereitschaftsdienst

Opioide weitergeben,

ohne zu dealen

Gerade in der palliativmedizinischen Versorgung der Patienten zu

Hause werden häufig Opioide gegen Schmerzen eingesetzt. Auch im

Bereitschaftsdienst nachts oder am Wochenende müssen starke

Schmerzmittel zur Verfügung gestellt werden. Bei deren Weitergabe ist

allerdings einiges zu beachten.

D

ie Integration der Palliativpatien­

ten in die Strukturen der am­

bulanten palliativmedizinischen

Versorgung in Westfalen-Lippe hat das

Ziel, durch die regelmäßige Erreichbar­

keit von geschultem Personal Symptome

unterschiedlichster Art zu Hause zeit­

nah und effektiv zu behandeln. Damit

kann in einigen Fällen eine nicht not­

wendige Krankenhausaufnahme verhin­

dert werden. Dies gelingt uns trotz der

noch nicht allzu lang existierenden pal­

liativmedizinischen Konsiliardienste

(PKD) immer besser – 2015 verstarben

nur noch circa 8% der Palliativpatienten

im Krankenhaus.

In aller Regel werden die Patienten

nach der Einschreibung durch den

Palliativarzt und/oder eine Palliativpfle­

gekraft (wünschenswerterweise durch

einen Koordinator des PKD) kontaktiert.

Der besondere Behandlungsbedarf kann

dann im Sinne einer vorausschauenden

Behandlungsplanung erfasst und der Pa­

tient gegebenenfalls mit der entspre­

chenden Medikation versorgt werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Verord­

nung eines Medikamentes für Patienten,

die unter Tumordurchbruchschmerz lei­

den. Verschrieben wird hier etwa Fenta­

nyl buccal, Sublingualtabletten oder

Fentanyl-Spray.

Unsere Ziele sind:

Qualitätsindikatoren in der ambulan-

ten Palliativmedizin zu definieren

und weiterzuentwickeln,

Betroffene und Angehörige über die

Möglichkeiten einer fachgerechten

palliativmedizinischen Versorgung

zu informieren,

die Diskussion über ethische und

rechtliche Fragestellungen am

Lebensende anzustoßen und zu

vertiefen,

ein langfristiger Kulturwandel im

Umgang mit Tod und Sterben.

Berufsverband der Palliativmediziner

in Westfalen-Lippe e.V.

Geschäftsstelle:

Sabine Schäfer

Dieckmannstr. 200

48161 Münster

Tel. 0251 5308-9960

E-Mail:

info@bv-palliativmediziner.de

Öffentlichkeitsarbeit:

Dr. med. Eberhard A. Lux

Klinik für Schmerz- und

Palliativmedizin am

Klinikum St.-Marien-Hospital Lünen

Tel. 02306 77-2920

Fax. 02306 77-2921

E-Mail:

drlux@web.de www.bv-palliativmediziner.de

©© EmiliaU / iStock / Thinkstock

Die Weitergabe von Opioiden sollte mittels BTM-Rezept festgehalten werden.

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Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

Berufsverband der

Palliativmediziner

in Westfalen-Lippe e.V.