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Opiate im Bereitschaftsdienst

Allerdings sind in der Zukunft auftreten-

de Schmerzen und andere belastende

Symptome nur bedingt vorhersehbar.

Dieser Tatsache wird in der Versorgung

unserer Patienten mit der kurzfristigen

Erreichbarkeit einer qualifizierten Pfle-

genden und/oder des Palliativarztes

Rechnung getragen. Notwendige Medi-

kamente zur Eingrenzung belastender

Symptome wie Schmerz, Übelkeit oder

Unruhe führt der Arzt in seiner Bereit-

schaftstasche mit. Wie wird allerdings

damit umgegangen, dass gerade nachts

und an den Wochenenden ein notwen-

diges Medikament nicht durch Rezeptie-

ren und den Gang in die Apotheke be-

schafft werden kann?

Hier geht es nicht um die Tatsache,

dass das rezeptierte Medikament in der

diensthabenden Apotheke möglicher-

weise nicht verfügbar ist, sondern eher

darum, dass wir geneigt sind, Medika-

mente für die nächsten 24 oder gar 48

Stunden aus unserem eigenen Bestand

beim Patienten vor Ort zu lassen, da nie-

Tab. 1: Auszug aus dem Betäubungsmittelgesetz – BtMG § 13 Abs. 1,

Verschreibung und Abgabe auf Verschreibung

(1a) Zur Deckung des nicht aufschiebbaren Betäubungsmittelbedarfs eines ambulant versorgten Palli-

ativpatienten darf der Arzt diesem die hierfür erforderlichen, in Anlage III bezeichneten Betäubungs-

mittel in Form von Fertigarzneimitteln nur dann überlassen, soweit und solange der Bedarf des

Patienten durch eine Verschreibung nicht rechtzeitig gedeckt werden kann; die Höchstüberlassungs-

menge darf den Dreitagesbedarf nicht überschreiten. Der Bedarf des Patienten kann durch eine Ver-

schreibung nicht rechtzeitig gedeckt werden, wenn das erforderliche Betäubungsmittel

1. bei einer dienstbereiten Apotheke innerhalb desselben Kreises oder derselben kreisfreien Stadt

oder in einander benachbarten Kreisen oder kreisfreien Städten nicht vorrätig ist oder nicht recht-

zeitig zur Abgabe bereitsteht oder

2. obwohl es in einer Apotheke nach Nummer 1 vorrätig ist oder rechtzeitig zur Abgabe bereitstün-

de, von dem Patienten oder den Patienten versorgenden Personen nicht rechtzeitig beschafft

werden kann, weil

a) diese Personen den Patienten vor Ort versorgen müssen oder aufgrund ihrer eingeschränkten

Leistungsfähigkeit nicht in der Lage sind, das Betäubungsmittel zu beschaffen, oder

b) der Patient auf Grund der Art und des Ausmaßes seiner Erkrankung dazu nicht selbst in der Lage

ist und keine Personen vorhanden sind, die den Patienten versorgen.

Der Arzt muss unter Hinweis darauf, dass eine Situation nach Satz 1 vorliegt, bei einer dienstbereiten

Apotheke nach Satz 2 Nummer 1 vor Überlassung anfragen, ob das erforderliche Betäubungsmittel

dort vorrätig ist oder bis wann es zur Abgabe bereitsteht. Über das Vorliegen der Voraussetzungen

nach den Sätzen 1 und 2 und die Anfrage nach Satz 3 muss der Arzt mindestens folgende Aufzeichnun-

gen führen und diese drei Jahre, vom Überlassen der Betäubungsmittel an gerechnet, aufbewahren:

1. den Namen des Patienten sowie den Ort, das Datum und die Uhrzeit der Behandlung,

2. den Namen der Apotheke und des kontaktierten Apothekers oder der zu seiner Vertretung

berechtigten Person,

3. die Bezeichnung des angefragten Betäubungsmittels,

4. die Angabe der Apotheke, ob das Betäubungsmittel zum Zeitpunkt der Anfrage vorrätig ist oder

bis wann es zur Abgabe bereitsteht,

5. die Angaben über diejenigen Tatsachen, aus denen sich das Vorliegen der Voraussetzungen nach

den Sätzen 1 und 2 ergibt.

Tab. 2: Betäubungsmittelgesetz – BtMG § 16 Abs. 1, Vernichtung

(1) Der Eigentümer von nicht mehr verkehrsfähigen Betäubungsmitteln hat diese auf seine Kosten in

Gegenwart von zwei Zeugen in einer Weise zu vernichten, die eine auch nur teilweise Wiedergewin-

nung der Betäubungsmittel ausschließt sowie den Schutz von Mensch und Umwelt vor schädlichen

Einwirkungen sicherstellt. Über die Vernichtung ist eine Niederschrift zu fertigen und diese drei

Jahre aufzubewahren

Schmerzmedizin 2017; 33 (1)

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