Previous Page  57 / 60 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 57 / 60 Next Page
Page Background

Opioid-Pflaster richtig anwenden

Patienten mit tumorbedingten und nicht

tumorbedingten Dauerschmerzen benö-

tigen eine effektive Schmerztherapie.

Moderne Fentanyl- und Buprenorphin-

Pflaster können bei richtiger Indikation

und Anwendung effektiv und vorteilhaft

gegenüber der oralen Gabe sein. Sie ge-

ben den Wirkstoff weitgehend konstant

und proportional zur Applikationsfläche

ab. Um bestmögliche Therapiesicherheit

zu gewährleisten, sollte der Arzt dem Pa-

tienten und den Angehörigen konkrete

Strategien zur Vermeidung von Anwen-

dungsfehlern an die Hand geben. Eine

mögliche Fehlerquelle ergibt sich bei

membrankontrollierten Pflastern, die

den Wirkstoff in einem gelförmigen Re-

servoir eingebettet enthalten. Diese

transdermalen therapeutischen Systeme

(TTS) dürfen nicht beschädigt, geteilt

oder zerschnitten werden, da der Wirk-

stoff dann schlagartig freigesetzt würde

(„Dose-Dumping“). Matrixpflaster wie

Fentanyl-

MAT und die beiden

Buprenorphin-haltigen Matrixpflaster-

systeme Bupre-HEXAL transdermales

Pflaster (4-Tages-Pflaster) und Bupre-HEXAL 7 Tage transdermales Pflaster

hingegen enthalten den Wirkstoff ein­

gebettet in eine dünne, selbstklebende

Matrix. Bei mechanischer Schädigung

des Pflasters kommt es nicht zu einem

„Dose-Dumping“, sodass diese TTS-Technologie als sicherer gilt.

Nach Informationen von Hexal

Neuer Rabattvertrag mit der DAK

Seit dem 1. Juni 2017 ist ein Rabatt­

vertrag für das Schmerzmittel

N retard mit der DAK-Gesundheit wirk-

sam: Nach Vereinbarungen mit der KKH

Kaufmännischen Krankenkasse und der

KNAPPSCHAFT bestehen nun Rabattver-

träge mit drei großen gesetzlichen Kran-

kenkassen für das Analgetikum. Auch au-

ßerhalb der Rabattverträge kann das

Präparat kostengünstig eingesetzt wer-

den, da sich der Preis am Festbetrag

orientiert. Die Kombination aus Tilidin

und Naloxon (

N retard) wird in

der allgemeinmedizinischen Praxis seit

Jahren bei starken oder sehr starken

Schmerzen, wie etwa zur Bekämpfung

von Rücken- und Tumor- sowie bei

rezidivierenden und postoperativen

Schmerzen, eingesetzt.

Nach Informationen von Pfizer

Gelungenes Überleitungsmanagement bei

chronischem Rückenschmerz

Rückenschmerzen haben sich zu einer

Volkskrankheit entwickelt, die bei Erwerbs-

tätigen in allen Altersgruppen zu zahlrei-

chen Fehltagen führen. Um die nahtlose

Versorgung chronisch kranker Patienten zu

gewährleisten und ihre Arbeitsfähigkeit zu

erhalten, ist es wichtig, das Niedergelassene

und Kliniker Hand in Hand arbeiten. In

ländlichen Regionen sind qualifizierte

Schmerztherapeuten noch immer rar, wes-

halb der Hausarzt meistens der erste An-

sprechpartner ist, erläuterte Dr. Martina

Bida, hausärztlich tätige Internistin und In-

haberin einer Landarztpraxis in Lebus

(Brandenburg). „Häufig kommen Patienten

mit starken Beschwerden zu mir in die Pra-

xis, die entweder durch Selbstmedikation

oder von anderen Ärzten erfolglos mit NSAR

vorbehandelt sind“, so ihre Erfahrung. Doch

diese Substanzen besitzen ein hohes

Neben- und Wechselwirkungsrisiko, insbe-

sondere bei Patienten mit Polymorbidität

oder Polypharmazie. Bida setzt daher bei

chronischem Rückenschmerz bevorzugt

Opioide wie Tapentadol in Retardform

(

retard) ein, das sich durch eine gute

Schmerzlinderung auszeichnet. Die gastro-

intestinale Verträglichkeit ist ihrer Erfahrung

nach besser als bei anderen Opioiden. Vor-

teilhaft für Patienten mit Polypharmazie ist,

dass bei der Verstoffwechslung von Tapen-

tadol keine aktiven Metaboliten entstehen,

der Wirkstoff besitzt daher ein günstigeres

Wechselwirkungprofil als andere Analgeti-

ka. Als Vorteil sieht Bida auch den dualen

Wirkmechanismus: Neben der Wirkung an

µ-Opioidrezeptoren agiert Tapentadol auch

als Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

und stärkt dadurch die körpereigene

Schmerzhemmung.

Für Patienten, die in einer Klinik oder

Schmerzambulanz erfolgreich auf Tapenta-

dol eingestellt wurden, ist die Weiterverord-

nung durch den Hausarzt wünschenswert.

Im Falle von Tapentadol ist die vom SGB V

geforderte wirtschaftliche Nachverordnung

durch zahlreiche Rabattverträge gewähr-

leistet, erläuterte Johannes Krings, Grün-

enthal GmbH, Aachen. Laut Dr. Thomas

Hofmann, Leiter der Schmerzambulanz des

Klinikums Westfalen in Dortmund, ist es

jedoch sehr wichtig, dass die erzielten

Therapieerfolge gut dokumentiert werden

und dass sich im Entlassungsbrief eine klare

rationale Begründung für den Einsatz von

Tapentadol findet. Gegebenenfalls sollte

auch aufgeführt werden, dass andere Opti-

onen nicht zum Therapieerfolg geführt

haben. „Und der Entlassbrief sollte zeitnah

versendet werden“, betonte Hofmann.

Dr. Claudia Bruhn, Schmölln

Fachpressegespräch „Wenn Kliniker und Nieder-

gelassene an einem Strang ziehen: Arbeitsfähig-

keit erhalten – starke Rückenschmerzen mit

Begleiterkrankungen früh und effektiv behan-

deln“, Berlin, 12. Mai 2017;

Veranstalter: Grünenthal GmbH

Viele Patienten behandeln ihre Rücken-

leiden selbst mit NSAR – oft erfolglos.

©© Springer Medizin Verlag GmbH

Nebenwirkungen waren Diarrhö, Übelkeit,

Kopfschmerz und abdominaler Schmerz.

Mit diesem sei aber natürlicherweise zu

rechnen, da der Gastrointestinaltrakt durch

die Obstipation einem besonderen Druck

ausgesetzt werde, verdeutlichte Storr. Des-

halb erklärt er seinen Patienten: „Die erste

Woche wird etwas anstrengend, die Bauch-

schmerzen verschwinden aber nach einer

Woche wieder.“

Julia Rustemeier

Pressegespräch „Gestalten statt Verwalten –

Moderne Therapieoptionen bei Schmerzpatien-

ten“, Frankfurt am Main, 23. März 2017, im Rah-

men des Deutschen Schmerz- und Palliativ­

tages 2017; Veranstalter: Kyowa Kirin GmbH

Industrieforum

64

Schmerzmedizin 2017; 33 (4)