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Großbritannien

Behandlungsstopp

für todkrankes Baby

angeordnet

Ein Gericht in Großbritannien hat

gegen den Willen der Eltern einen

Behandlungsstopp für ein todkran-

kes Baby angeordnet, das an mito-

chondrialer Myopathie leidet und

zuletzt künstlich beatmet werden

musste. Das Gericht folgte damit ei-

nem Antrag der Ärzte des Great-Or-

mond-Street-Krankenhauses in Lon-

don. Der acht Monate alte Junge

solle in Würde sterben können, be-

gründete der Vorsitzende Richter des

High Courts die Entscheidung.

Die Ärzte hatten argumentiert, das

Baby könne bei einer weiteren Be-

handlung möglicherweise Schmer-

zen erleiden. Durch bereits erlittene

Hirnschäden werde sich sein Zustand

selbst bei erfolgreicher Behandlung

nicht mehr verbessern. Die Eltern

hatten dafür gekämpft, ihren Sohn

für eine weitere Behandlung in die

USA bringen zu können, wofür Sie

durch Spenden bereits umgerechnet

etwa 1,4 Millionen Euro gesammelt

hatten. Sie kündigten an, in Berufung

gehen zu wollen.

(eb)

Fahrtüchtigkeit

Cannabispatienten dürfen Auto fahren

Cannabispatienten dürfen am Straßen-

verkehr teilnehmen, sofern sie aufgrund der

Medikation nicht in ihrer Fahrtüchtigkeit

eingeschränkt sind. Die Patienten müssten

in der Lage sein, das Fahrzeug „sicher zu

führen“, heißt es in der Antwort der Bundes-

regierung auf eine Kleine Anfrage der

Fraktion „Die Linke“. Patienten drohe keine

Sanktion nach dem Straßenverkehrsgesetz,

wenn Cannabis aus der bestimmungsgemä-

ßen Einnahme eines für einen konkreten

Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels

herrührte. Eine Entziehung der Fahrerlaub-

nis sei jedoch bei missbräuchlicher Einnah-

me eines cannabishaltigen Medikaments

möglich. Denn die Fahrtüchtigkeit könne

auch in der Einstellungs- und Eingewöh-

nungsphase von cannabishaltigen Arznei-

mitteln beeinträchtigt sein.

Für die derzeit rund 1.000 Cannabispatien-

ten gelte eine Ausnahmeklausel des Stra-

ßenverkehrsgesetzes. Zweck der Regelung

sei, dass „durch die Medikation die grund-

sätzliche Fahrtüchtigkeit erst wieder herge-

stellt wird“. Die Wirkung der Substanz als

Therapeutikum unterscheide sich deutlich

von der bei missbräuchlichem Konsum.

Patienten seien anders als Drogenkonsu-

menten sehr zuverlässig und verantwortlich

und verhielten sich regelkonform. Gesetz-

lich sei zwar nicht fest geschrieben, dass

Patienten unter Dauermedikation einen

Nachweis mitführen müssten. Cannabispa-

tienten werde jedoch empfohlen, beim

Führen eines Fahrzeugs eine Ausfertigung

des Betäubungsmittelrezeptes oder eine

Bescheinigung des Arztes mitzunehmen.

(eb)

©© ambrozinio/Fotolia

©© Klaus Eppele / Fotolia

Nicht-spezifischer Kreuzschmerz

Nationale Versorgungsleitlinie aktualisiert

Die komplett überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) „Nicht-spezifischer

Kreuzschmerz“ ist auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin

(ÄZQ) kostenlos abrufbar

(www.leitlinien.de/nvl/kreuzschmerz

). Die NVL enthält 90 Empfeh-

lungen zu Diagnostik, Therapie und Prävention von nicht-spezifischen Kreuzschmerzen und

erhebt den Anspruch, den aktuellen Wissensstand für alle an der Versorgung Beteiligten

zusammenzufassen. Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der

Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und der Arbeits-

gemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Mit der Durchfüh-

rung wurde das ÄZQ beauftragt.

(eb)

Schmerzmedizin 2017; 33 (3)

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